6. Mai 2015

Vortrag über die polnische Umweltpolitik

Wie grün ist Polen?

Die Arbeitskreise Olkusz und WiTechWi veranstalten am Mittwoch, 13. Mai, einen gemeinsamen Vortrag. Dr. Andrzej Kaluza vom Deutschen Polen-Institut in Darmstadt geht der Frage „Wie grün ist Polen?“ nach. Der Vortrag handelt von der polnischen Umweltpolitik, die zwischen europapolitischen Umweltstandards und ökonomischen Interessen ihren Platz behaupten muss.

Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr im Gruppenraum Raum 9+10 des Bürgerhauses und findet im Rahmen des 15. polnischen Kaleidoskops statt. Der Eintritt ist frei. Der Referent geht nicht nur auf den Widerspruch in der Politik ein, sondern beleuchtet auch die Einstellung der polnischen Gesellschaft, bei der Umweltforderungen seiner Meinung nach oft in den Hintergrund treten.
Als Polen mit der Organisation des Weltklimagipfels 2013 betraut wurde, konnten es viele nicht wahrhaben. Ausgerechnet das Land, das in vielen Umweltfragen als notorischer Buh-Mann galt, sollte sich der Weltöffentlichkeit als Klima-Retter präsentieren. Die zähen Verhandlungen, die just während des Gipfels erfolgte Absetzung des Umweltministers und Konferenzleiters Marcin Korolec sowie der Abzug der Nichtregierungsorganisationen bestätigten im Westen die gängige Meinung, Polen würde sich den Herausforderungen der Zeit nicht wirklich stellen wollen.
Und dennoch wird Polen ein wenig grüner. Die Vorboten der neuen Entwicklung sind überall im Lande zu sehen. Windkraftparks und Solaranlagen prägen immer mehr die beschauliche polnische Landschaft und in den Städten wachsen Null-Emissionshäuser wie Pilze aus dem Boden, Hybridfahrzeuge erobern die Straßen, selbst der Müll wird neuerdings getrennt gesammelt und dem Stoffkreislauf wieder zugeführt.
Polnische Experten weisen zudem auf enorme Fortschritte beim Umweltschutz der letzten Jahrzehnte hin. Die verbuchten umweltpolitischen Erfolge seit 1990 – etwa bei der Reduktion des Kohlendioxid-Ausstoßes und anderer Klimagase – gehen dabei hauptsächlich auf die Transformation, Privatisierung und Schließung vieler „Umweltschleudern“ zurück.
Dieses Potenzial ist heute ausgeschöpft und Polens moderne Industrieanlagen lassen den Energiebedarf wieder steigen. Bei dem gegenwärtigen Energiemix sind so kaum noch Einsparpotenziale möglich, es sei denn, die Politik setzt sich neue Ziele und betrachtet die Förderung der erneuerbaren Energien als nicht weniger „patriotisch“ als die heimische Kohle. red

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