7. Juli 2015

IG Fernwärme: „80 Prozent der Schwalbacher zahlen zu viel“

Fernwärme schon wieder teurer

Viele Fernwärmekunden können sich in diesem Jahr wegen des milden Wetters im Abrechnungsjahr 2014 über eine Heizkostengutschrift freuen. Dabei wird leicht übersehen, dass die Schwalbacher für die gelieferte Wärme schon wieder mehr bezahlen sollen – und das, obwohl die Gaspreise gesunken sind.

Nach Auffassung der Interessengemeinschaft (IG) Fernwärme hat das Schwalbacher Versorgungsunternehmen „RWE ED“ trotz eines laufenden Kartellverfahrens nun schon im zweiten Jahr in Folge gegen den allgemeinen Trend die Preise erhöht. „Unter diesen Vorzeichen ist es nur schwer vorstellbar, dass bei den Verhandlungen der Stadt mit der RWE zeitnah eine Einigung zustande kommt“, sagt IG-Sprecher Arnold Bernhardt. Bei diesen in der letzten Zeit unterbrochenen Gesprächen gehe es um eine zeitgemäße Tarifstruktur, angemessene Preise und in diesem Zusammenhang um die Möglichkeit, der RWE wieder einen neuen befristeten Versorgungsvertrag einzuräumen.
In den vergangenen Jahren hatten sich – nicht zuletzt wegen des Engagements der IG Fernwärme – die in Schwalbach verlangten Tarife dem Durchschnittspreis immerhin schon angenähert. Nun ist der Abstand laut IG Fernwärme wieder etwas größer geworden. „Dies gilt vor allem für Kunden mit vergleichsweise geringem Verbrauch. Bei einem gut gedämmten Reihenhaus werden in Schwalbach über 150 Euro für die gelieferte Megawattstunde Fernwärme in Rechnung gestellt, statt des aktuellen durchschnittlichen Wettbewerbspreises von 107 Euro“, erläutert Arnold Bernhardt. Bei den Mehrfamilienhäusern seien die Verhältnisse ähnlich. Über 80 Prozent der Schwalbacher Fernwärmekunden hätten auf diese Weise im vergangenen Jahr zu viel bezahlt. In diesem Jahr würden es noch mehr sein.
Weil sich die Auseinandersetzung absehbar noch geraume Zeit hinziehen wird, empfiehlt die Interessengemeinschaft den Schwalbacher Fernwärmekunden dringend, ihre Rückforderungsansprüche zu sichern. Dazu bietet die Interessengemeinschaft ihre Unterstützung an. Mitglieder der IG bezahlen –juristisch gut beraten durch einen erfahrenen Fachanwalt – bis auf weiteres nur den Wettbewerbspreis – im vergangenen Jahr also 107 Euro je Megawattsunde brutto.
Die IG Fernwärme hat inzwischen über 450 Einzelkunden, die Stadt mit ihren Liegenschaften und 17 zum Teil größere Wohnungseigentümergemeinschaften als Mitglieder. Insgesamt wird schon für 950 Wohnungen und gewerbliche Objekte bis auf weiteres bereits nach dem „Wettbewerbspreis“ abgerechnet. Arnold Bernhardt: „Über die juristische Streitfrage ist damit noch nicht abschließend entschieden. Wichtig ist aber zunächst vor allem, dass die Rückerstattungsansprüche der Kunden gegen Verjährung gesichert sind.“
Die IG Fernwärme ist erreichbar über die im Internet angegebenen Adressen (www.ig-fernwaerme-schwalbach.de) und bei den öffentlichen Info-Ständen, wie zum Beispiel am Samstag, 18. Juli, und Samstag, 25. Juli, jeweils von 10 bis 13 Uhr am oberen Marktplatz. red

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