7. Oktober 2015

Christiane Augsburger bringt die Freifläche vor dem alten Hangar ins Gespräch

Zeltlager im Arboretum?

Die neueste Idee zur Bewältigung des Flüchtlings-Andrangs: Bürgermeisterin Christiane Augsburger (SPD) hat dem Kreis vorgeschlagen, die große asphaltierte Fläche vor dem alten Flugzeughangar im Arboretum für eine Zelt-Notunterkunft für mehrere hundert Flüchtlinge zu nutzen.

Hintergrund des Vorschlags ist die Aufforderung des Kreises an alle seine Städte und Gemeinden, große Flächen und Liegenschaften vorzuschlagen, die für ein solches Lager in Frage kommen. Es geht dabei nicht um eine dauerhafte Unterbringung, sondern um ein Auffanglager, von dem aus die Asylbewerber dann auf die zwölf MTK-Städte verteilt werden.
Bisher wurde das alte Flugplatzgelände als Standort von fast allen Schwalbacher Stadtverordneten kategorisch abgelehnt. Am vergangenen Montag unterrichtete Christiane Augsburger die Fraktionsvorsitzenden über ihren Vorschlag, dem die Erkenntnis zu Grunde liegt, dass es in Schwalbach keine anderen geeigneten Flächen in dieser Größe gibt. Am Mittwoch stand der Vorschlag dann schon in einer Tageszeitung, am Donnerstag informierte Augsburger den Haupt- und Finanzausschuss.
Obwohl noch völlig offen ist, was der Kreis von der Idee hält und das Lager auch frühestens im nächsten Frühjahr aufgebaut werden könnte, üben die Schwalbacher Grünen schon einmal Kritik an Christiane Augsburger. „Eine Unterkunft in der vom Kreis gewünschten Größe ist in Schwalbach schlicht nicht realisierbar“, sagt Fraktionsvorsitzende Barbara Blaschek-Bernhardt. Das müsse deutlich gesagt werden. Schwalbach bekenne sich aber uneingeschränkt zu seiner Verantwortung, Flüchtlinge aufzunehmen und zu integrieren, betont Blaschek-Bernhardt in einer Pressemitteilung.
Sie glaubt nicht, dass überhaupt eine Notlage bei der Flüchtlingsunterbringung besteht: „Es gibt überhaupt keinen Zweifel, dass innerhalb der Ortslage genügend Unterkünfte für Flüchtlinge geschaffen werden können, wenn sich Kreis und Stadt endlich um den Erwerb von geeigneten Immobilien kümmern, anstatt über eine vermeintliche Notlage zu jammern. Hier gibt es genügend Angebote, es gibt ausreichend Haushaltsmittel, die schon vor einem Jahr im städtischen Haushalt eingestellt wurden, es gibt einen entsprechenden Parlamentsbeschluss.“ Es werde Zeit, dass der Magistrat seine Aufgaben erledigt.
„Billigstlösungen wie Baracken am Stadtrand und Großaufnahmelager im Naturschutzgebiet“ sind nach Auffassung der Grünen-Fraktionsvorsitzenden eine „unverantwortliche planerische Fehlleistung“.
Unterdessen hat der Main-Taunus-Kreis gestern Abend bekannt gegeben, dass er als erste Notquartiere auf die Ländcheshalle im Hofheimer Stadtteil Wallau und auf die städtische Sporthalle und die Stadthalle in Hattersheim zurückgreifen wird und diese Gebäude entsprechend vorsorglich ausrüsten lassen wird. red

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