11. November 2015

Schwalbacher Spitzen

Wie im Sommer-Märchen

Mathias Schlosser

von Mathias Schlosser

Warum regen sich jetzt eigentlich alle über die die Fußball-WM von 2006 auf? Es ist doch immer noch alles wie in einem Sommermärchen: So viel Spaß für gerade einmal 6,7 Millionen Euro. Märchenhafte acht Cent Schmiergeld pro Einwohner hat das grandiose Spektakel gekostet. Da sollten wir dem gütigen Kaiser Franz auch weiter dankbar sein, denn billiger hätte er die WM wohl nur von einer guten Fee bekommen.
Doch die sind auch im Märchen nicht immer da, wenn man sie braucht, wie jeder spätestens seit Rumpelstilzchen weiß. Da muss man schon mal einen kleinen Gnom bestechen, wenn man aus Stroh Gold spinnen oder eine Fußball-WM nach Deutschland bringen will.
Lasst mir also den Franz und seine Vasallen in Ruhe! Schließlich hatte die Müllerstochter im Märchen ja auch keinen Besuch vom Staatsanwalt. Und die hat das Rumpelstilzchen ja auch noch um sein Bakschisch betrogen, was für einen Ehrenmann wie Kaiser Franz undenkbar wäre.
Der hat vielleicht noch viel mehr für unser Sommermärchen getan. Allein, wenn man an das unfassbar gute Wetter denkt, das damals vier Wochen lang herrschte. Das kriegt man nicht für 6,7 Millionen. Da muss man schon seine Seele verkaufen.

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