11. Januar 2016

Beim diesjährigen Neujahrsempfang hielt Dr. Peter Spork einen bemerkenswerten Vortrag

Plädoyer für mehr Schlaf

Fast voll besetzt war gestern der große Saal des Bürgerhauses beim Neujahrsempfang der Stadt. Bürgermeisterin Christiane Augsburger zog in ihrer Rede eine Bilanz des Jahres 2015. Foto: Schlosser

Es war ein Thema, bei dem jeder mitreden kann: „Schwalbach – eine ausgeschlafene Stadt“ lautet das Thema des Vortrags, den der Biologe und Wissenschaftsautor Dr. Peter Spork am Sonntag beim Neujahrsempfang der Stadt hielt. (Bericht mit Video)

Und kaum einem der rund 300 Zuhörer im großen Saal des Bürgerhauses fielen die Augen zu, zu interessant war der Vortrag des „Chronobiologen“, der ein Plädoyer für mehr Schlaf zur richtigen Zeit hielt. Anhand allerlei Studien belegte er eindrucksvoll, dass die moderne Gesellschaft zu wenig schläft. Die Folgen sind laut Peter Spork gravierend. Das Risiko für fast alle Krankheiten wächst bei Menschen, die nur sechs Stunden und weniger schlafen. Außerdem sinke die geistige Leistungsfähigkeit kontinuierlich ab: „Man wird dümmer und merkt es gar nicht“, erklärte der Publizist.
Vor allem das frühe Aufstehen mache vielen zu schaffen. Auf Weckern sollte daher eigentlich ein Warnhinweis stehen, ähnlich wie auf Zigarettenverpackungen. Nach Ansicht von Peter Spork ist die Arbeits- und Schulwelt „einfach falsch getaktet“. Die Menschen müssten zum Beispiel häufiger am Vormittag ins helle Licht kommen und sollten sich andererseits abends nicht zu lange vor hellen Bildschirmen aufhalten. „Es ist absurd die inneren Uhren zu ignorieren“, sagte Spork in dem zur Mittagszeit komplett abgedunkelten großen Saal.

Besonders schlimm sei es an Schulen. Für Oberstufenschüler empfiehlt der Schlafexperte einen Unterrichtsbeginn nicht vor zehn Uhr. Klassenarbeiten und Klausuren sollten generell nicht vor elf Uhr geschrieben werden. Ausdrücklich begrüßte es Peter Spork, dass die Friedrich-Ebert-Schule mit einem späteren Unterrichtsbeginn für Neun- und Zehnklässler experimentieren will. Und auch die Albert-Einstein-Schule sollte sich auf ihren Namensgeber besinnen, der bisweilen bis zu elf Stunden am Tag geschlafen habe.
Die Vorteile von mehr und gutem Schlaf liegen für Peter Spork auf der Hand: „Mit ausreichend Schlaf können wir mehr leisten, obwohl wir weniger tun.“ Schlaf sei Doping und Anti-Aging zu gleich.

Rückblick

Vor dem Vortrag von Peter Spork blickte Bürgermeisterin Christiane Augsburger auf das Jahr 2015 zurück und wagte einen Ausblick auf das gerade begonnen Jahr. Im Anschluss an beide Reden wünschten sich die Vertreter aus Politik und Vereinen, aber auch zahlreiche Schwalbacher Bürger im Foyer des Bürgerhauses bei Wein und kleinen Knabbereien ein frohes neues Jahr. MS

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