19. Januar 2016

Grünen weisen Forderung des Landrats nach neuen Baugebieten ab

„Grenzen der Bebauung erreicht“

Der Wohnraum im Main-Taunus-Kreis ist knapp. Insbesondere Wohnungen zu bezahlbaren Preisen sind rar. Bereits im Oktober letzten Jahres fand dazu ein Treffen der Bürgermeister des Kreises mit Landrat Michael Cyriax statt, der die Gemeinden zu einer großzügigen Ausweisung von Baugebieten aufruft. Die Schwalbacher Grünen sehen die Grenzen der Bebauung in Schwalbach allerdings als erreicht.

Auch wegen des Zustroms an Asylanten und des zu erwartenden Familiennachzugs werde sich die Situation in den kommenden Jahren noch verschärfen, glaubt der Landrat. Die Schwalbacher Grünen weisen in einem Schreiben an den Landrat darauf hin, dass die Ausgangslage in den Kommunen des Main-Taunus-Kreises sehr unterschiedlich ist: „Schwalbach ist jetzt schon die Gemeinde mit dem größten Anteil an Siedlungs- und Verkehrsflächen. Gemäß Daten des Statistischen Landesamtes sind 57 Prozent der Gemeindefläche hier bereits besiedelt, ein sehr hoher Anteil, verglichen etwa mit Kelkheim (26,3 Prozent) oder Hofheim (24,8 Prozent). Die verbliebenen Freiflächen, zum Beispiel am Arboretum, „Am Pfannenstiel“ oder um die Sportflächen „Hinter der Röth“ sind intensiv genutzte Freizeitflächen und Erholungsraum“, so Arnold Bernhardt von den Schwalbacher Grünen.
Schwalbach habe dennoch seine Verpflichtungen zur Aufnahme von Flüchtlingen „vollständig erfüllt“. 80 Flüchtlinge seien hier bereits aufgenommen, weitere 60 Personen können auf dem ehemaligen Schulgelände am Atrium und 100 Personen „Am Erlenborn“ untergebracht werden. Weitere Einrichtungen für über 230 Personen entstünden unmittelbar an der Schwalbacher Stadtgrenze. „Es steht deshalb außer Frage, dass Schwalbach in diesem Zusammenhang seinen Verpflichtungen nachkommt und es ist unerfreulich, dass dies in den bisherigen Veröffentlichungen des Kreises immer wieder unzutreffend dargestellt wird“, beklagt der Grünen-Politiker weiter.
Die bereits ins Auge gefasste zusätzliche Unterbringung von Flüchtlingen auf dem ehemaligen Hangar-Gelände mitten im Arboretum solle deshalb von vornherein nicht in Betracht gezogen werden und die unterschiedslos an alle Main-Taunus-Gemeinden gerichtete Aufforderung, neue Bebauungspläne aufzustellen, erfordere eine differenzierte Antwort. Dr. Stephan Schmidt, der am 6. März auf der Liste der Schwalbacher Grünen kandidiert, plädiert für einen besonders achtsamen Umgang mit Natur und Landschaft: „In Schwalbach sind Grenzen erreicht, die nicht überschritten werden dürfen.“
Die Grünen halten eine Prüfung möglicher Bebauungsinitiativen im Stadtgebiet für sinnvoll und sehen hier gerade auch den Main-Taunus-Kreis in der Pflicht. „Dies gilt zum Beispiel für das kreiseigene Gelände an der Bad Sodener Straße, das zurzeit von der Continental AG als Parkplatz genutzt wird. Ein Parkdeck auf dem Gelände von Continental und Wohnbebauung auf einer Teilfläche des Parkplatzes wären hier die städtebaulich sinnvolle Lösung. red

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