25. Januar 2016

Schulleiter und Bürgermeister appellieren an Solidarität im Taunus

Spendersuche in der HvK

Caro aus Steinbach hat Leukämie und hofft auf eine Stammzellspende. In der Heinrich-von-Kleist-Schule findet am Samstag, 30. Januar, eine Typisierungsaktion statt. Foto: privat

Die 22-jährige Carolin Gadde aus Steinbach ist an Blutkrebs erkrankt. Die junge Flugbegleiterin kann nur überleben, wenn rechtzeitig ein passender Stammzellspender gefunden wird. Um Caro und anderen Patienten zu helfen, rufen Familie und Freunde die Bevölkerung auf, sich am Samstag, 30. Januar, von 11 bis 16 Uhr in Eschborn als potenzielle Stammzellspender in die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) aufnehmen zu lassen.

Die Registrierungsaktion findet in der Heinrich-von-Kleist-Schule (HvK) statt. Mitmachen kann grundsätzlich jeder gesunde Mensch zwischen 17 und 55 Jahren. Steinbachs Bürgermeister Dr. Stefan Naas sowie Adnan Shaikh, der Schulleiter der HvK, unterstützen den Aufruf als Schirmherren und appellieren an die Solidarität der Menschen in der Region.
Mitte 2014 erhielt Caro aus Steinbach die Diagnose Blutkrebs und konnte die lebensbedrohliche Krankheit zunächst erfolgreich bekämpfen. Doch kurz vor Weihnachten 2015 kam der Krebs zurück. Sie kann nur überleben, wenn es – irgendwo auf der Welt – einen Menschen mit nahezu den gleichen Gewebemerkmalen im Blut gibt, der zu einer Stammzellspende bereit ist. Bislang war die weltweite Suche nach einem passenden Spender erfolglos. Um Caro und anderen Patienten zu helfen, wandten sich Familie und Freunde an die DKMS.
Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung werden dem Spender fünf Milliliter Blut abgenommen, damit seine Gewebemerkmale bestimmt werden können. Spender, die sich bereits in der Vergangenheit bei einer Aktion registrieren ließen, müssen nicht erneut an der Aktion teilnehmen. Ihre Daten stehen weiterhin für alle Patienten zur Verfügung.
Es kommt nur sehr selten vor, dass zwei Menschen nahezu identische Gewebemerkmale haben. Im günstigsten Fall liegt die Wahrscheinlichkeit bei 1:20.000, bei seltenen Gewebemerkmalen findet sich eventuell unter mehreren Millionen kein „genetischer Zwilling“.
Die Suche ist aber auch deshalb so schwierig, weil noch immer viel zu wenig Menschen als potenzielle Stammzellspender zur Verfügung stehen. Denn: Wer sich nicht in eine Spenderdatei aufnehmen lässt, kann nicht gefunden werden. Jeder Einzelne zählt. Alle 16 Minuten erkrankt in Deutschland nach Angaben der DKMS ein Mensch an Blutkrebs, darunter viele Kinder und Jugendliche. Für viele Patienten ist, so wie für Carolin, die Übertragung gesunder Stammzellen die einzige Überlebenschance.
Die DKMS-Gemeinschaft ist mit über 5,9 Millionen registrierten Stammzellspendern der weltweit größte Dateienverbund. Täglich spenden mindestens 18 DKMS-Spender Stammzellen. Dennoch kann für zahlreiche Patienten kein geeigneter Spender gefunden werden. Deshalb ist es wichtig, dass sich möglichst viele Menschen in die Datei aufnehmen lassen.
Genauso wichtig wie die Aufnahme in die Spenderkartei ist auch die finanzielle Unterstützung der Aktion. Die Neuaufnahme eines jeden Spenders kostet die DKMS 40 Euro. Wer dafür spenden möchte, kann das auf das Konto derDKMS mit der IBAN DE52512500000030005570 tun. Weitere Informationen gibt es unter www.dkms.de im Internet. red

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