11. März 2016

Schwalbach ist seit gestern Abend Fairtrade-Stadt

„Alle können mit machen“

Dicht umlagert war nach der Urkundenverleihung der Probierstand im Foyer des Bürgerhauses. Foto: Schlosser

Seit Donnerstag Abend ist Schwalbach offiziell Fairtrade-Stadt. Manfred Holz, Ehrenbotschafter des Transfair e.V., überreichte in einer Feierstunde die Urkunde an Bürgermeisterin Christiane Augsburger. Bericht mit Video

Schwalbach ist damit die 403. Fairtrade-Stadt in Deutschland. Als solche erfüllt Schwalbach eine Vielzahl von Kriterien. Unter anderem muss es eine bestimmte Anzahl an Einzelhändlern und Gastronomen geben, die Produkte aus fairem Handel anbieten. Außerdem muss sich die Stadt klar zum Fairtrade-Gedanken bekennen und nachhaltig für die Idee werben. Fast zwei Jahre lang hat es gedauert, bis alle Kriterien erfüllt waren und nun die Urkunde in Empfang genommen werden konnte.
Fairtrade-Städte gibt es mittlerweile auf der ganzen Welt. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, den fairen Handel zu unterstützen, der es vor allem Kleinbauern in Entwicklungsländern ermöglichen soll, von ihrer Arbeit zu leben und ein selbstbestimmtes Leben zu führen, so dass sich die sozialen Bedingungen in ihren Ländern nachhaltig verbessern können.

Wie viel jeder einzelne allein schon durch den Kauf von Fairtrade-Produkten erreichen kann, zeigte eindrucksvoll ein Film, der während der Verleihung gezeigt wurde. Und Manfred Holz ergänzte: „Mit dem Kauf von Fairtrade-Produkten geben Sie keine Spende oder Almosen, sondern leisten einen nachhaltigen Beitrag zur Verbesserungen der Lebens- und Arbeitsbedingungen.“
Angesichts der vielen Flüchtlinge sagte Christiane Augsburger in ihrer Ansprache: „Wie wir spätestens jetzt wissen, kann uns das `Wohl der Allgemeinheit´ auch südlich des Mittelmeeres nicht gleichgültig sein.“ Städte und Gemeinden könnten wirkmächtige Schrittmacher in eine bessere Welt sein.
Getragen wurde die Bewerbung in Schwalbach von einer siebenköpfigen Steuerungsgruppe. Für sie sprach Marion Downing und erinnerte die rund 150 Gäste im Bürgerhaus daran, dass der Prozess mit der Verleihung der Urkunden nicht zu Ende ist, sondern erst anfängt: „Nun gilt es, den Fairtrade-Gedanken zu leben und als etwas Selbstverständliches in die Gesellschaft unserer Stadt zu bringen.“ Sie forderte Vereine, Schulen und Firmen auf, künftig für Feste oder Präsente fair gehandelte Produkte einzusetzen. Die hätten heute vielfach eine höhere Qualität als konventionelle Produkte und würde sehr gut schmecken.
Davon konnten sich die Besucher bei der anschließenden Schokoladenverkostung im Foyer des Bürgerhauses überzeugen, wo zahlreiche süße Spezialitäten aus fairem Handel angeboten wurden und auch Extravagantes wie eine 95-prozentige Schokolade probiert werden konnte. MS

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