29. April 2016

Jugendliche reparieren Dirtbike-Parcours an den Sportplätzen

Erst die Arbeit, dann der Spaß

In Eigenarbeit richteten Jugendliche den Schwalbacher Dirtbike-Parcours in den Osterferien wieder her. Foto: mag

In den Osterferien fand wieder das BMX-Camp am Parcours an den Schwalbacher Sportplätzen statt. Zehn bis zwölf Teilnehmer waren da, um die Strecke des vom Winter gezeichneten Parcours wieder auf Vordermann zu bringen und um die Saison des Dirtbikens „einzuschaufeln“.

Der Parcours basiert auf der Eigeninitiative der Jugendlichen oder allen, die helfen wollen. Um den Parcours nutzen zu können, muss man sich um seine

Instandhaltung kümmern. So entstehen die Erneuerungen der Strecke jedes Jahr zu 70 Prozent in „Handarbeit“. Den Rest übernimmt ein Bagger. Mit Schaufeln wird Erde getragen, eingebaut und geglättet, um die Hügel und Hindernisse des Parcours wieder in ihre richtige Form und Höhe zu bringen.

Das kann einen schon zum Schwitzen bringen, aber alle Schwachstellen in den Hindernissen müssen beseitigt werden, um Unfälle zu vermeiden. Die Arbeit ist für jeden mühsam und kann sich schon mal über einen längeren Zeitraum ziehen. „Alleine das Rasenmähen dauert mindestens zehn Stunden“, sagt Anton Wünscher, einer der Betreuer des Camps. Am besten funktioniert es die Strecke auszuprobieren, um alle Schwachstellen ausfindig zu machen.

Die regelmäßigen Camps in den Oster- und Herbstferien sind aber nicht nur zum Erneuern der Strecke da. Sie werden auch angeboten, um beim Einstieg ins „Dirtbiking“ zu helfen. Außerdem bietet diese Art der körperlichen Ertüchtigung eine Alternative zu den üblichen Sportarten, wie Fußball oder Tennis, an.  Anfänger starten dabei an den sogenannten „Pump-Tracks“, was Unebenheiten im Boden sind, die sich beim Fahren wie Wellen anfühlen. Je schneller über diese gefahren wird, desto mehr lernt man seinen Körper und sein Fahrrad zu kontrollieren. Sie sind die Grundlage dafür, später in der Lage zu sein, Sprünge über größere Hügel machen zu können.

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Mit viel Tempo fahren die Dirtbiker über die Erdhügel und heben ab. Foto: mag

Luftsprünge mit dem Fahrrad zu machen hört sich gefährlicher an, als es tatsächlich ist. „Beim Fahren besteht keine Gefahr,“ sagt Anton Wünscher. Er ist selbst seit zehn Jahren Dirtbike-Fahrer und fährt noch länger Motorcross. Bis jetzt seien in Schwalbach keine schwerwiegenden Unfälle passiert. Während des Camps gibt er Tipps und übt mit den Teilnehmern Tricks ein. „Wir waren oft von 9 Uhr bis nach Sonnenuntergang da. Die Kinder und Jugendlichen hatten Spaß“, sagt Anton Wünscher weiter. Anschließend saßen alle noch zusammen und grillten gemeinsam.

„Dirtbiken“ bedeutet mit dem Fahrrad Sprünge über Hügel oder unebenen Boden zu machen und dabei vielleicht noch den einen oder anderen Trick in der Luft zu schaffen. Langjährige Fahrer, schaffen es zum Beispiel, Überschläge nach dem Absprung zu machen und sicher wieder zu landen. Aber das wird wirklich nur den Profis überlassen. Das Fahren über Hindernisse dient nicht nur dem Spaß, sondern schult auch die Konzentration, Koordination und das Körpergefühl. Dies kann in vielen Situationen im Straßenverkehr von Vorteil sein. Genauso ist es ein Sport, der die Gesundheit fördert.

Dass es sich bei dieser Sportart um eine für Jedermann handelt, zeigt auch die Altersspanne der Benutzer des Schwalbacher Parcours. Kinder von fünf Jahren bis Erwachsene von 40 Jahren haben sich schon über den Parcours „Hinter der Röth“ gewagt. „Und wie die Fünfjährigen auf ihren kleinen Rädern über die Hügel fahren, ist einfach nur süß“, so Gabriele Straka, die Leiterin des städtischen Jugendamtes. Und auch die Eltern probierten es gerne auch mal aus, nachdem sie ihren Kindern zugesehen haben.

Die Idee zu dem Parcours stammt von Schwalbacher Jugendlichen selbst. Vor einigen Jahren sprachen sie Gabriele Straka an, die die Unterstützung der Stadt zusagte. Anfangs stieß das Projekt auf Proteste wegen des Grundstücks, auf dem es ursprünglich gebaut werden sollte. Am Ende fiel die Wahl auf die Fläche nahe den Sportplätzen, wo es keine Probleme gab. „Wir sind stolz, dass wir es allen Umständen zum Trotz geschafft haben“,  sagt Gabriele Straka heute. Außerdem hätte es den Jugendlichen gezeigt, dass es bei solchen Sachen zu Konfrontationen kommen kann und es darum geht, wie man diese am besten löst. Der Parcours eröffnete im Jahr 2010 und erfreut sich seitdem einer großen Beliebtheit.

Die Strecke steht das ganze Jahr für jeden zur Verfügung und kann von allen genutzt werden. „Das ist der Vorteil. Niemand ist vereinsgebunden. Jeder kann kommen und gehen, wann er möchte“, meint Gabriele Straka.

Um selber einmal über den Parcours zu fahren, wird nicht mehr gebraucht als ein Fahrrad mit einer Bremse und ein Helm. „Es muss kein spezielles Fahrrad sein. Jedes Fahrrad funktioniert“, sagt Anton Wünscher.  Anfänger bis Profis könnten auf dem Parcours ohne Probleme fahren. Sylva Tulacek

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