21. Juni 2016

Schwierige Wahlen in der Stadtverordnetenversammlung

Ein bisschen wie im Theater

Offenbar sind die Schwalbacher Stadtverordneten keine großen Fußballfans, denn statt das Spiel Deutschland gegen Polen anzuschauen, ärgerten sie sich am vergangenen Donnerstag lieber gegenseitig.

Eigentlich hätte die Tagesordnung problemlos rechtzeitig bis zum Anstoß abgearbeitet sein können. Doch dann schafften es die Parlamentarier die Sitzung – die wegen des Fußballspiels praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand – bis deutlich nach 21 Uhr in die Länge zu ziehen. Wie schon vor fünf Jahren sorgte wieder die Wahl der Vertreter für die Verbandskammer des Regionalverbands für Aufregung. Eigentlich waren sich ja alle einig, dass Bürgermeisterin Christiane Augsburger (SPD) Schwalbach in dem Gremium vertreten soll und Christopher Higman (FDP) sowie Claudia Eschborn (CDU) zu ihren Stellvertretern gewählt werden.
Überraschend beantragte die CDU jedoch schon bei der Wahl Augsburgers eine geheime Abstimmung, obwohl es ja nur eine Kandidatin gab. Die Folge: Es mussten erst einmal Stimmzettel gedruckt werden. Gleichwohl wurde Augsburger mit breiter Mehrheit gewählt.
Anders Christopher Higman. Weil der sich zuvor gegen die Regionaltangente West ausgesprochen hatte, stellten die Grünen mit Thomas Nordmeyer plötzlich einen Gegenkandidaten auf. Wieder geheime Abstimmung, wieder mussten Stimmzettel gedruckt werden. Und Higman wurde trotzdem mit knapper Mehrheit gewählt. Axel Fink von der CDU entdeckte freilich einen Formfehler und so musste die Wahl noch einmal wiederholt werden. Am Ergebnis änderte das jedoch nichts.
Zum Abschluss kasperte dann auch die SPD mit und beantragte für die abschließende Wahl des zweiten Stellvertreters ihrerseits eine geheime Abstimmung. Wieder mussten Stimmzettel gedruckt werden, wieder mussten alle einzeln in die Wahlkabine und wieder kam das vorhersehbare Ergebnis heraus: Auch Claudia Eschborn erhielt eine breite Mehrheit.
Um kurz vor halb zehn war es dann endlich geschafft und die meisten Stadtverordneten waren froh, dass der eine oder andere ein Smartphone mit Livestream vom Fußball dabei hatte und dass kaum ein Bürger das Schauspiel mit angesehen hat. MS

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