17. August 2016

Am Rand von Niederhöchstadt soll ein neues Stück Schwalbach entstehen

Baugebiet weit ab von der Stadt

Auf einem nur rund 30 Meter breiten Streifen, der nur von der Kronberger Straße in Niederhöchstadt aus erreicht werden kann, wollte der Schwalbacher Investor Carsten Held einen Wohnblock und einige Reihenhäuser errichten. Grafik: Google/sz

Schwalbach will ein kleines Neubaugebiet unmittelbar an der Grenze zu Niederhöchstadt und weitab vom Rest der Stadt bauen. Der Magistrat hat Mitte Juli entschieden, die Stadtverordnetenversammlung um die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans zu bitten, was für einige politische Diskussionen sorgen dürfte.

Denn Neubaugebiete im Außenbereich der gewachsenen Bebauung stoßen in Schwalbach traditionell auf erhebliche Widerstände. Eine Bebauung des Geländes in der Verlängerung des Steinwegs – der sogenannte Wildwiese – scheiterte in der Vergangenheit genauso wie Vorstöße zur Bebauung der Eschborner Höhe oder der Straße „Am Flachsacker“.
Nun sollen an der Grenze zu Niederhöchstadt Reihenhäuser und ein Wohnblock mit 20 Wohnungen entstehen. Das Gelände befindet sich am Kronberger Hang direkt gegenüber den Bürogebäuden von Samsung, Dow Chemical und dem Hillsite-Bürokomplex, allerdings auf der anderen Seite der Landesstraße nach Kronberg. Die ehemalige Schwalbacher Firma Greulich hatte dort ihren Sitz. Parallel zur Schnellstraße befindet sich dort noch ein circa 200 Meter langer Streifen, der noch zur Gemarkung von Schwalbach gehört. Erreicht werden kann das Grundstück nur über die Kronberger Straße in Niederhöchstadt und ein Grundstück, das bereits auf Kronberger Gemarkung liegt. Eine direkte Verbindung zur sonstigen Schwalbacher Bebauung gibt es nicht.
Der Grund für das nun vom Magistrat eingeleitete Verfahren ist die Absicht der Firma „Heros Projektentwicklung GmbH“ des Schwalbachers Carsten Held, preiswerten Wohnraum zu schaffen. Auf der Fläche will er ein Mehrfamilienwohnhaus mit rund 20 Wohnungen bauen. Außerdem sollen nach Angaben der Stadtverwaltung „kostengünstige Reihenhäuser, vorrangig für Familien mit Kindern“ entstehen.
Bürgermeisterin Christiane Augsburger (SPD) meint dazu: „Der Magistrat unterstützt die Absicht des Unternehmens, im Weingartenseck den heute dringend benötigten günstigen Wohnraum zu schaffen. Er bittet deshalb die Stadtverordnetenversammlung, einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das Projekt zuzustimmen.“
Dabei wird der Bebauungsplan im Auftrag des Unternehmens erarbeitet, das die Kosten von Planung und Erschließung übernimmt. Nächster Schritt ist dann, dass die Stadt mit dem Unternehmen einen Durchführungsvertrag abschließt. Dieser soll mehrere Ziele verwirklichen: Er soll die Regeln festlegen, die für die Erschließung und die Bebauung gelten. Ebenso setzt er fest, bis wann Wohnhaus und Reihenhäuser fertig sein müssen. Weiter soll der Vertrag einen günstigen Kaufpreis für die Reihenhäuser sichern.

Eschborn verwundert

Und wie findet es die Stadt Eschborn, dass direkt an der Gemarkungsgrenze ein großer Wohnblock entstehen soll? Nach Angaben der Stadt Schwalbach hat „Heros“ Vorgespräche mit den Städten Eschborn und Kronberg geführt, bei denen Zustimmung signalisiert worden sei. Eschborns Pressesprecherin Beate Brendel stellt das auf Anfrage der Schwalbacher Zeitung jedoch anders da: „Die Stadt Eschborn wurde bisher offiziell nicht über dieses Vorhaben informiert. Es liegen unserer Bauverwaltung keine Pläne vor. Die Stadt Schwalbach und die Firma Heros haben diese Pläne mit uns nicht abgestimmt.“ Insofern erstaune es uns schon sehr, dass zu lesen ist, die Stadt Eschborn habe Zustimmung signalisiert. Brendel weist darauf hin, dass über eine Zustimmung bezüglich der Erschließung über Eschborner Gemarkung die Eschborner Stadtverordnetenversammlung entscheiden muss. Außerdem berichtet sie, dass sich bereits Anwohner aus Niederhöchstadt gemeldet haben und ihrer Verwunderung Ausdruck verliehen hätten. MS

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