15. September 2016

Margot Comes berichtete interessante und amüsante Details zu Napoleons Frau

Eine außergewöhnliche Frau

Margot Comes, langjährige, ehemalige Vorsitzende dieses Arbeitskreises Städtepartnerschaft Avrillé- Schwalbach, berichtete in einem unterhaltsamen Vortrag interessante und amüsante Details über die schöne Kaiserin Josephine, die Frau von Napoleon. Foto: Wolfgang Küper

Im Rahmen des Jahresprogramms des Arbeitskreises Städtepartnerschaft Avrillé- Schwalbach in der Kulturkreis GmbH hielt Margot Comes, die langjährige ehemalige Vorsitzende dieses Arbeitskreises, am letzten Mittwoch im August im Bürgerhaus Schwalbach einen sehr unterhaltsamen Vortrag zu dem Thema: „Die schöne Kaiserin: Josephine, die Frau von Napoleon“.

Der Vortrag stand in Verbindung mit der Bürgerfahrt zur Partnerstadt Avrillé, die am vergangenen Wochenende stattfand. Sie sollte im Rahmen des Besuchsprogramms in Paris zum Schloss Malmaison, in dem die Kaiserin Josephine nach der Trennung von Napoleon ihre letzten Jahre verbrachte, führen. Das Schloss kann aber wegen umfassender Renovierungsarbeiten derzeit leider nicht besichtigt werden.
Marie Josephe Rose de Tascher de la Pagérie, kurz Rose genannt, wurde im Jahre 1763 auf der Insel Martinique in der Karibik geboren, die noch heute Teil von Frankreich ist. Selbst dem niederen Adel zugehörig, wurde sie im Jahre 1779 mit einem reicheren französischen Adligen, Graf de Beauharnais, Sohn des Liebhabers ihrer Tante, verheiratet. Der verließ sie aber bald und sie gelangte in ein Damenstift, wo sie viel über Männer lernte und zur „grande dame“ heranreifte.
1785 erfolgte die endgültige Trennung. Aber sie fand bald reiche Gönner und lavierte sich geschickt durch die Wirren der französischen Revolution und des Schreckensregiments, unter dem sie allerdings auch für einige Zeit in einem Kloster-Gefängnis landete. Wieder frei wollte sie alles nachholen, was ihr das Schicksal bis dahin vorenthalten hatte.
Es blieb nicht aus, dass auch der aufstrebende Napoleon in ihren Bannkreis geriet und ihren Reizen erlag. So wird berichtet, dass dieser zwar in der Hochzeitsnacht auf der Entfernung des Hündchens seiner Angebeteten bestand, mit dem diese ihre Nächte verbrachte. Sie setzte sich jedoch durch und der Hund blieb und biss zur Rache den Bräutigam ins Bein, was Napoleon nicht davon abhielt, sie weiter zu bewundern und ihr heiße Liebesbriefe von seinen Schlachtfeldern zu schicken.
Doch Josephine, wie er sie dann nannte, machte sich mehr und mehr unabhängig von ihm, was nicht ohne Folgen blieb. Sie musste  schließlich, relativ großzügig abgefunden, der Scheidung, die am 14. Dezember 1809 vollzogen wurde, zustimmen. Der Kaiser strebte nach Gleichstellung mit dem Hochadel Europas und brauchte deshalb einen Erben, den sie ihm nicht geben konnte. So nahm er sich die Kaisertochter Marie-Louise von Österreich zur zweiten Frau.
Josephine Beauharnais verbachte ihre letzten Jahre von 1809 bis 1814 in dem von ihr erworbenen Schloss von Malmaison bei Paris  mit vielen Empfängen und galanten Abenteuern. Sie starb an den Folgen einer Erkältung, bevor Napoleon, aus Elba zurück, seine Macht wieder zu gewinnen versuchte und dann schließlich nach St. Helena verbannt wurde.
Das trotz des guten Wetters zahlreich erschienene Publikum war fasziniert von den vielen Details und den mit verschiedenen Zitaten belegten Geschichten aus dem Leben dieser originellen Frau mit einem sehr bewegten Leben in bewegter Zeit.
Da das Schlosses Malmaison bei der diesjährigen Bürgerfahrt nicht besichtigt werden konnte, soll der Besuch bei der nächsten Bürgerfahrt nach Avrillé anlässlich des Jubiläums 40 Jahre Städtepartnerschaft am 4. oder 5. Mai 2018 nachgeholt werden. red

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