10. Oktober 2016

Ein Dutzend freiwillige Helfer suchten im Arboretum nach Müll und Unrat

„Sauberhafte Mithilfe“

Belinda Meyer (von links nach rechts) mit Söhnchen Tom auf dem Arm, Thomas und Jolina Meyer, Peter Wondrejz, Martin Westenberger, Udo Riebold und Roswitha Kappi waren fleißig und konnten einiges an Müll zusammentragen. Foto: Mucic

Am Samstagvormittag rief Martin Westenberger vom hessischen Forstamt Kronberg gemeinsam mit dem Vorstand des Fördervereins Arboretum zur aktiven Mithilfe der Bevölkerung auf. Im Rahmen des Projektes „Sauberhaftes Hessen“ sollte der Waldpark Arboretum von Müll und Unrat befreit werden. Vom Waldhaus am Weißen Stein starteten ein Dutzend freiwillige Helfer regensicher und warm angezogen, der Witterung geschuldet, bewaffnet mit Müllsäcken und Abfallzangen, um in einer zweistündigen Aktion mit ihrem Engagement für ein schöneres Stück Natur vor ihrer Haustür zu sorgen.

Mit dabei waren auch Förster Martin Westenberger, Eschborns Bürgermeister Mathias Geiger mit Ehefrau Angela und ihrem vierbeinigen Begleiter. „Der landesweite Aufräumtag fand in der Vergangenheit im Frühjahr statt, wurde aber aufgrund von Brutzeiten auf den Oktober verlegt. Leider haben wir heute kein Glück mit dem Wetter“, bedauerte Martin Westenberger. Eine angekündigte Schulklasse sei sicherlich wegen des Regens nicht erschienen, spekulierte der Revierförster.
Das Naturschutzreservat Arboretum ist in den achtziger Jahren auf dem Gelände eines ehemaligen Flugplatzes entstanden und liegt zwischen Sulzbach, Schwalbach und Eschborn. Auf einer 76 Hektar weitläufigen Fläche erstrecken sich 600 verschiedene Baum- und Straucharten aus vier verschiedenen Regionen der gemäßigten Zone: Europa sowie Kaukasus und Kleinasien, Asien und das westliche und östliche Nordamerika. Zwischen den Waldgesellschaften befinden sich Streuobst- und Blumenwiesen und ein, von ansässigen Landwirten betriebenes, ökologisches Ackerland.
Mit seinem Gesteinslehrpfad, den beeindruckenden nordamerikanischen Mammutbäumen und den stacheligen Araukarien ist das Erholungsgebiet nicht nur Anlaufstelle für Baumkundler, sondern auch für alle Naturbegeisterte, Schulklassen und Kindergärten. Spaziergänger, Radfahrer und Reiter nutzen das beliebte Areal auf markierten Wegen, um im Grünen aufzutanken und zu genießen. Diese Schönheit ist schutzbedürftig und seit über zehn Jahren besteht das nachhaltige Umweltprojekt.
„Unser Appell richtet sich an alle Bürger, soviel Disziplin an den Tag zu legen, ihren Müll wieder mitzunehmen“, sagte der Förster und verwies auf die Sprösslinge des anliegenden Waldkindergartens, die seines Erachtens bereits eine gute Vorbildfunktion erfüllen. „Die Kinder lernen einen verantwortungsbewussten Umgang mit natürlichen Ressourcen, erleben und erforschen mit ihrer Neugier die Natur, lernen den Lebensraum wertzuschätzen und biologische Zusammenhänge zu verstehen“, so der Umweltschützer.
Um diese Kompetenzen zu schulen, bietet das Forstamt das ganze Jahr über Veranstaltungen, Mitmach-Kurse und Naturerlebnisse für Groß und Klein an. Mit von der Partie beim diesjährigen Herbstputz waren Belinda und Thomas Meyer mit ihrer fünfjährigen Tochter Jolina und ihrem zweijährigen Sohn Tom. Ungeachtet des Regens hatte die Familie viel Spaß bei den Aufräumarbeiten. „Flaschen, Bierdeckel, Hygieneartikel und sogar einen Kinderschuh haben wir aufgesammelt“, erzählte die aktive Mutter. Aber auch Verpackungen, Sperrmüll, Reifen und Kisten wurden unachtsam im Wald weggeschmissen, ebenso hingen eine Menge Tüten mit Hundekot an Sträuchern.
„Hundekotbeutel machen wenig Sinn, wenn sie nicht entsprechend entsorgt werden“, ärgerte sich Roswitha Kappi, Kassenwartin des Fördervereins. Sie richtet ihre Bitte an alle Tierfreunde zukünftig die vorgesehenen Hunde-Abfall-Behälter zu benutzen. Martin Westenberger ergänzte: „Trotz bestehenden ganzjährigen Grill- und Feuerverbot finden wir immer wieder zurückgelassenen Abfall vom Einweggrill.“ Er wünscht sich einen niveauvolleren Umgang der Bewohner im Einklang mit Flora und Fauna. mu

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