14. Oktober 2016

Oberstufenschüler der AES tauchten für zwei Wochen ins Berufsleben ein – teilweise auch im Ausland

Wertvolle Erfahrungen sammeln

Jaehyun Lee (Mitte) arbeitete für zwei Wochen in der Taunus-Apotheke mit Inhaberin Gabriele Belotti (rechts), Nadja Taskov (2.v.r.) und Susanne Belotti (links) zusammen.

Für die Oberstufe der Albert-Einstein-Schule (AES) lief in den beiden Wochen vor den Herbstferien das Betriebspraktikum, welches die meisten in den nahen Ortschaften wie Schwalbach oder Sulzbach absolvierten. Es gibt allerdings auch Ausnahmen, denn manche Schüler hatten sich für eine Stelle im Ausland entschieden.

Für zwei Wochen arbeiteten rund 170 Mädchen und Jungen der Stufe Q1 in den verschiedensten Betrieben, um vor dem Abitur noch einmal Erfahrungen im Berufsleben zu sammeln. Für die Elftklässler ist es bereits das zweite reguläre Schülerpraktikum.
In der Taunus-Apotheke in Schwalbach schnupperte Jaehyun Lee in den Beruf der Pharmazeutin hinein. Hier wollte sie vor allem Erfahrungen sammeln, um sich bessere Vorstellungen von den Tätigkeiten eines Apothekers machen zu können. „Später kann ich mir durchaus vorstellen, in diesem Bereich zu arbeiten“, sagt sie. Deshalb gefalle ihr vor allem das offene Klima des kleinen Betriebes, in dem sie sich auch besser einen Überblick über die verschiedenen Aufgabenfelder verschaffen könne. Dass sie sich neben dem Auffüllen der Medikamente und dem Einscannen der täglichen Sendungen auch um Rechnungen kümmern musste, überraschte sie allerdings. „Man muss sehr viele verschiedene Sachen können“, erklärt sie.
Inhaberin Gabriele Belotti war zufrieden mit ihrer Praktikantin. Sie habe bisher im Prinzip nur gute Erfahrungen mit den jungen Aushilfskräften gemacht, auch wenn natürlich nicht immer alles perfekt ist. „Jeder Mensch ist eben unterschiedlich“, meint sie. Zwei bis drei Mal im Jahr beschäftigt sie Praktikanten und achtet dabei darauf, dass diese so viele Erfahrungen wie möglich sammeln können. So ließ sie Jaehyun Lee beim Anrühren einer Salbe zusehen, da die Schülerin dies gesetzmäßig nicht selbst übernehmen durfte. Grundsätzlich will Gabriele Belotti ihren Praktikanten so vor allem die Berufswahl erleichtern.
Nicht alle Schüler machen diese Erfahrungen allerdings in der unmittelbaren Umgebung der AES. Sebastian Cremer entschied sich dazu, sein Praktikum bei dem pharmazeutischen Unternehmen GAP in Athen zu absolvieren. Dort kümmerte er sich in der Abteilung für die Kontrolle der Produkte beispielsweise um das Wiegen der Pillen.
Er habe es als eine neue Herausforderung gesehen, das Schülerpraktikum im Ausland zu verbringen. Außerdem hat er dort Verwandte, bei denen er für die zwei Wochen wohnen konnte. „Die Zusammenarbeit ist echt klasse“, berichtet Sebastian Cremer, der fließend Englisch spricht und fügt hinzu, dass es kaum Schwierigkeiten gegeben habe. Er hält ein Praktikum dieser Art für sinnvoll, setzt aber voraus, dass Englisch oder die Sprache des jeweiligen Landes beherrscht werden.
Begleitet wird das Betriebspraktikum vom jeweiligen Tutor der Schüler, also dem Lehrer eines der Leistungskurse der angehenden Abiturienten. Einer von ihnen ist Dr. Hartwig Möllencamp. Seiner Meinung nach ist der Nutzen des Praktikums für die Schüler deutlich zu spüren, auch wenn dadurch die genaue Entscheidung über den späteren Beruf eher selten erfolgt. „Es hilft vor allem in der Festlegung eines Berufsfeldes“, sagt er. Damit die nötige Unterstützung gewährleistet ist, besuchte er jeden seiner Schüler in den Betrieben. Hier stelle er vor allem sicher, dass die jeweiligen Betreuer ansprechbar sind und die Praktikanten aufkommende Fragen auch tatsächlich stellen. Die Zusammenarbeit mit den Betrieben mache „wenige Schwierigkeiten“, allerdings könne er jene Schüler, die ihr Praktikum im Ausland machen, nicht besuchen. Daher muss die Schulleitung dies im Vorfeld auch genehmigen. Hartwig Möllencamp steht diesen Einzelfällen allerdings kritisch gegenüber, da er die lediglich zwei Wochen Arbeitszeit als zu kurz betrachtet, um sich wirklich im Ausland einzuleben. „Vor oder während des Studiums ist so etwas sinnvoller“, meint er. Lea Schiller

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