17. Oktober 2016

Der Abschieds-Vortrag war Theodor Storm und Alphonse Daudet gewidmet

Letzter Literatur-Auftritt

Zum letzten Mal hielten Margot Comes (links) und Dr. Ulrike Scholtz (Mitte) vom AK Städtepartnerschaft Schwalbach-Avrillé einen Literaturvortrag. Anke Kracke, Geschäftsführerin der Kulturkreis GmbH, bedankte sich bei dem Duo für ihr „tolles Engagement“. Foto: AK Städtepartnerschaft Schwalbach-Avrillé

Am Mittwoch, 5. Oktober, gab es im Rahmen des Kulturprogramms des Arbeitskreises Städtepartnerschaft Schwalbach-Avrillé im Bürgerhaus Schwalbach den letzten Literaturvortrag  des Duos Margot Comes und Dr. Ulrike Scholtz. Seit 1999 führten die beiden Philologinnen und Literaturkennerinnen jeweils in ein Werk oder in die Lebensleistung von zumeist zwei unterschiedlichen und doch irgendwie verwandten Dichtern ein.

Nun traten sie unter dem Titel „Sturmflut und Lavendel. Land und Meer. Nord und Süd: Theodor Storm und Alphonse Daudet“ zum letzten Mal vor eine größere Zuhörerschaft. Eingangs dankte die Geschäftsführerin der Kulturkreis GmbH, Anke Kracke, den beiden mit herzlichen Worten für ihr „tolles Engagement“ über so viele Jahre.
Ulrike Scholtz begann mit Theodor Storm. Der deutsche Schriftsteller war 1817 in Husum geboren und 1888 auf seinem Altersitz in Hademarschen in seiner schleswig-holsteinischen Heimat gestorben. Ulrike Scholtz charakterisierte ihn als einen spannenden Autor, der überwiegend als naturliebend-idyllisch, unpolitisch und harmlos gelte, aber andererseits doch sehr gesellschaftspolitisch, wenn nicht gar gesellschaftskritisch.
Das zeigte sie im Wesentlichen an seinem Lebenslauf und an mehreren ausgewählten Gedichten auf. Sie erwähnte dabei das bekannteste Werk von Storm, seine letzte Novelle „Der Schimmelreiter“, nicht, machte aber sehr deutlich, was ein Kritiker vor Jahren in der Zeitung „Die Welt“ schrieb: „In Storm steckt mehr, als das Klischee vom Schulbuchautor ahnen lässt.“
Auch Margot Comes beschränkte sich hauptsächlich auf einen Aspekt und ein Werk des von ihr vorgestellten Alphonse Daudet: „Die Briefe aus meiner Mühle“. 1840 in Nîmes geboren, hatte Daudet eine relativ schwierige Jugendzeit und kam dann nach Paris, wo er den Großteil seines Lebens verbrachte. Über seinen Freund Frederic Mistral lernte er die Provence besonders schätzen. Er starb nach schwerer Krankheit im Jahre 1897 in Paris. Sein Freund Emile Zola hielt die Trauerrede.
„Die Briefe aus meiner Mühle“ („Lettres de mon moulin“) sind weniger Briefe als Geschichten. Sie sind auch nicht in der Mühle des Autors und nicht in der Provence geschrieben, sondern in Paris. Sie haben kein durchgehendes Thema, sondern sind Geschichten aus der bäuerlichen Gesellschaft, oft verbunden mit Lehren für das Leben. Margot Comes schilderte den Inhalt einiger dieser „Briefe“ und las Passagen in ihrer unverwechselbar pointierten und launigen Art vor.
Zum Abschluss dieses interessanten Abends dankte Anke Kracke nochmals den beiden Damen mit einem bunten Blumenstrauß und schloss den Dank an den Arbeitskreis Städtepartnerschaft für die gute Bewirtungen an. Mit einer herzlichen Umarmung unter anhaltendem Beifall der Anwesenden verabschiedete sie die beiden Vortragenden. red

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