15. Februar 2017

Edith Erbrich erzählte AES-Schülern von ihrer Deportation nach Theresienstadt

Eine Zeitzeugin berichtet

Aufmerksam hörten die Schüler der Q-Phase der Albert-Einstein-Schule der Zeitzeugin Edith Erbrich zu. Foto: Kilb

Am 14. Februar 1945, wenige Monate vor Kriegsende, wurde Edith Erbrich mit ihrer Schwester und ihrem Vater abgeholt und zur Großmarkthalle nach Frankfurt gebracht. 72 Jahre später berichtete die Zeitzeugin Edith Erbrich einer Gruppe von Schülern der Albert-Einstein-Schule (AES) von ihrer Verschleppung in einem Viehwaggon ins Konzentrationslager Theresienstadt.

Von 1941 bis 1945 benutzte die Geheime Staatspolizei den Keller der Frankfurter Großmarkthalle als Sammelplatz für die verfolgten Juden. Von dort aus wurden sie in verschiedene Arbeits- und Konzentrationslager deportiert. Edith Erbrich landete im Konzentrationslager Theresienstadt. Vor allem die Trennung von ihrem Vater sei damals ein großer Schock gewesen.
Edith Erbrich schilderte den Schülern die schrecklichen Erlebnisse in dem Konzentrationslager. „Bei der Ankunft in Theresienstadt wurden die Haare geschnitten und dann kam das Duschen. Das Wort Duschen bereitete mir entsetzliche Angst, denn in der Erinnerung hatte ich immer wieder die Gespräche der Erwachsenen im Sinn. Ich wusste nicht genau, was es bedeutete, aber es musste etwas ganz Schlimmes sein“, berichtete die Zeitzeugin. Am 8. Mai 1945, einen Tag, bevor sie nach Auschwitz gebracht werden sollten, wurden Vater und Töchter befreit.
Anschließend besuchten die Schüler die Erinnerungsstätte auf dem Gelände der Europäischen Zentralbank (EZB). Eine Mitarbeiterin des Pädagogischen Zentrums berichtete, dass in dem Kellergewölbe manchmal mehr als 1.000 Menschen zusammengepfercht waren, während oben Obst und Gemüse verkauft wurden. Im Raum mit seiner niedrigen Decke begann nach Ausziehen, Leibesvisitation und Wegnahme des persönlichen Eigentums die Verschleppung nach Lodz, Minsk, Majdanek und Theresienstadt. red

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