23. März 2017

Schwalbacherin half der Polizei, einen mit Haftbefehl gesuchten Mann festzunehmen

Aufmerksam, tatkräftig und mutig

Polizeidirektor Peter Liebeck (3.v.l.) und Landrat Michael Cyriax (1.v.r.) zeichneten im Namen des Vereins „Bürger und Polizei“ aufmerksame und mutige Zeugen aus, zu denen auch die Schwalbacherin Mirjam Brockmann (3.v.r.) zählte. Foto: MTK

Landrat Michael Cyriax würdigte zehn Bürger aus dem Main-Taunus-Kreis für „ihr aufmerksames Verhalten, ihre Tatkraft und ihren Mut“. Darunter war auch eine Schwalbacherin.

Die Zeugen hatten der Polizei bei der Festnahme von Straftätern geholfen, Straftaten verhindert, Schäden begrenzt und in einem Fall wahrscheinlich sogar ein Leben gerettet. Polizeidirektor Peter Liebeck hob besonders die „ sehr präzisen Täterbeschreibungen und äußerst konkreten Angaben“ mehrerer Zeugen hervor. „Ohne sie hätte die Polizei die Verdächtigen nicht fassen können.“
Ein Beispiel dafür war Mirjam Brockmann, die in Schwalbach beobachtet hatte, wie ein Mann erst in einem Restaurant um Geld bettelte, es dann aufgebracht verließ und die Fassade mit einem Stein bewarf. Dank ihrer Beschreibung wurde der Mann festgenommen – es stellte sich heraus, dass er bereits mit Haftbefehl gesucht worden war.
Peter Wellings aus Hochheim wurde zum Lebensretter, nachdem er im vergangenen Sommer frühmorgens seinen Rollladen hochgezogen hatte. Er bemerkte seinen Nachbarn, einen älteren Herren, der auf der Straße torkelte und dabei eine Blutspur hinter sich herzog. Peter Wellings folgte der Spur mit dem Fahrrad, fand den schwerverletzten Nachbarn, leistete Erste Hilfe und rief die Polizei. Der Nachbar war Opfer eines jungen Mannes geworden, der ihn beim Rausbringen der Mülltonnen mit einer Machete angegriffen hatte.
Auch im Fall von Dragan Milasinovic waren es seine konkreten Angaben zu einem Verkehrsunfall, die zu einer vorläufigen Festnahme führten: Dragan Milasinovic hatte in Kelkheim gesehen, wie ein Fußgänger auf einem Zebrastreifen angefahren worden war, ohne dass der Autofahrer angehalten hätte. Er ging zur Polizeistation und beschrieb das Fluchtfahrzeug und den Unfallhergang.
In Kriftel bedrohte ein Unbekannter eine Verkäuferin in einem Lebensmittelgeschäft mit einem spitzen Gegenstand und rief „Ich mach‘ dich krank“, weil er mehrere Flaschen Alkohol nicht bezahlen wollte. Christian Becking packte den Mann von hinten und verhinderte Schlimmeres. Dennoch gelang es dem Mann, sich aus dem Griff zu lösen und – ohne das Diebesgut – unerkannt zu flüchten.
In Hofheim beobachtete Elvir Mesic, wie eine Person mehrere Mercedessterne an parkenden Autos abbrach. Er behielt den Täter im Auge und blieb telefonisch in Kontakt mit der Polizei, bis diese den Jugendlichen in einer Gartenhütte stellte, in die er zuvor eingebrochen war. Reiner Braunbeck war Zeuge eines ähnlichen Vergehens: Er sah in Bad Soden, wie ein Mann sich an den Außenspiegeln von Autos zu schaffen machte, überrumpelte ihn und hielt ihn bis zum Eintreffen der Polizei fest. Zu dem Zeitpunkt hatte der Mann bereits 19 Spiegel abgetreten. In Flörsheim ging es um eine Sachbeschädigung anderer Art: Zwei Sprayer besprühten die Unterführung einer Eisenbahnbrücke und flüchteten, als der zwölfjährige Alexander Mendl sie darauf ansprach. Er verfolgte sie mit dem Fahrrad und wurde von einem der Sprayer mit einem Butterfly-Messer bedroht. „Wenn du was sagst, bring‘ ich dich um“, rief er dabei. Alexander Mendl flüchtete in ein Geschäft und verständigte die Polizei. Wieder war es eine präzise Täterbeschreibung, die dazu führte, dass einer der Verdächtigen ermittelt werden konnte.
Besonders mutig war eine Siebzehnjährige in Kriftel. Sie stellte sich am Bahnhof schützend vor eine größere Gruppe von Kindern, als ein junger Mann mit einer Spritze versuchte, nach den Kindern zu stechen. Der Mann war psychisch krank. Kein Kind wurde verletzt. In Hattersheim löschte Hajrim Sinanaj ein Feuer in einem Verkaufsanhänger für Crêpes und bewahrte den Besitzer des Wagens so vor einem größeren Schaden. Das Feuer war Teil der Hattersheimer Brandserie.
Peter Nicolay vom Präventionsrat des Kreises hob besonders den Fall eines älteren Herren aus Eschborn hervor, der namentlich nicht genannt werden möchte: Der 89-Jährige sollte durch falsche Polizeibeamte um 150.000 Euro erleichtert werden. Er bemerkte den Betrug, rief die Polizei und spielte auf deren Anweisung weiter den Ahnungslosen. Deshalb konnten die Täter bei dem Versuch, das Geld in der Wohnung des Senioren abzuholen, festgenommen werden. Nicolay bat gerade ältere Leute darum, wachsam zu sein: „Polizisten nehmen niemals, unter keinen Umständen, Geld oder Wertgegenstände an sich.“ red

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