20. April 2017

Der Sportbetrieb soll rechtlich abgesichert werden

Bebauungsplan nur für das Stadion

Hinterm Bauzaun ruhen zurzeit die Arbeiten an der neuen Tribüne. Und auch Sportler werden auf der Anlage im Moment allenfalls geduldet. Foto: Schlosser

Auf eine rechtlich sichere Basis will Bürgermeisterin Christiane Augsburger (SPD) den künftigen Betrieb des Stadions stellen. Der Magistrat hat jetzt die Aufstellung eines neuen Bebauungsplans beschlossen. Das vom Verwaltungsgericht angemahnte Licht- und Lärmgutachten liegt unterdessen vor.

Wie berichtet ist ein Sportbetrieb im Stadion derzeit streng genommen nicht möglich, weil das Verwaltungsgericht Frankfurt in einem Beschluss den Bebauungsplan aus dem Jahr 1971 für ungültig erklärt hat. Zu dem Urteil kam es, nachdem einige Anwohner gegen den Neubau der Tribüne und die Aufstellung von Lichtmasten für die 100-Meter-Bahn geklagt hatten.
Unter anderem hatte das Gericht beanstandet, dass bei der Genehmigung der wohlgemerkt verkleinerten neuen Tribüne weder ein Lärm- noch ein Lichtgutachten erstellt wurden. Diese liegen nun vor.
Danach geht von den Lichtmasten, die ausschließlich die 100-Meter-Bahn ausleuchten sollen, keinerlei Beeinträchtigung für die Nachbarn aus. Anders sieht es wohl beim Lärm aus. „Einzelne Geräusche bereiten Probleme, da dabei die vorgeschriebenen Werte überschritten werden“, sagte Christiane Augsburger am Mittwoch bei einem Pressegespräch. Ob darunter auch das Schlagen von Cricket-Bällen zählt, sagte sie nicht. Grundsätzlich würden die Ergebnisse der Gutachten aber in den geplanten Bebauungsplan eingearbeitet, der die Kriterien der neuen Bundesimmissionsschutzverordnung erfüllen soll. „Wir wollen das Stadion in Abstimmung mit den Bedürfnissen der Anwohner und Sportvereine planerisch absichern“, sagte die Bürgermeisterin.
Vorgesehen ist, dass der neue Bebauungsplan nur für das rund 29.000 Quadratmeter große Areal des Stadions aufgestellt werden soll. Der alte, jetzt ungültige Plan umfasste auch noch das Schwimmbadgelände und die Sportplätze auf der anderen Seite des Baches. Christiane Augsburger will das Verfahren „so schnell wie möglich“ durchführen. Ein Jahr wird das aber mindestens dauern.
Wie und ob das Stadion in der Zwischenzeit genutzt werden darf, soll ein Fachanwalt klären, den die Stadt beauftragt hat. Er soll die Stadt auch bei der Erstellung einer neuen Nutzungsordnung beraten, die Konflikte mit den Anwohnern in Zukunft vermeiden soll. MS

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