24. Mai 2017

„Eulen“ wollen Prüfantrag zu islamischen Bestattungen stellen

Begräbnisstätten für Muslime

Auf Initiative der „Eulen“ fand vor drei Wochen ein Info und Diskussionsabend zur Bestattungskultur des Islams in den Räumen des marokkanische Kulturvereins statt. Dabei wurde deutlich, dass die Schwalbach Muslime nach geeigneten Bestattungsmöglichkeiten suchen.

Der Waldfriedhof ist für muslimische Bestattungen nicht geeignet. Die festen Grabkammern sind nicht in Richtung Mekka ausgerichtet und aufgrund der geologischen Beschaffenheit sind Bestattungen im Leichentuch dort nicht möglich. Nach islamischem Ritus müssen verstorbene innerhalb von 24 Stunden nach einer rituellen Waschung und entsprechenden Gebeten in ein Leinentuch gehüllt und ohne Sarg auf der rechten Seite liegend mit dem Kopf nach Mekka beerdigt werden.
Die Muslime, die einst als Gastarbeiter ins Land kamen, lassen sich oft in der alten Heimat beerdigen und haben zu diesem Zweck eine Versicherung abgeschlossen, um die entstehenden, erheblichen Kosten zu decken. Da die Nachkommen aber mittlerweile in Deutschland wohnen, ist damit das Gedenken an den Verstorbenen ziemlich erschwert, wenn nicht gar unmöglich.
Carsten Grieger vom Bestattungshaus Grieger berichtete, dass die Stadt Frankfurt hat speziell für islamische Bestattungen auf dem Parkfriedhof Heiligenstock ein islamischs Bestattungsfeld eingerichtet hat. Eine Bestattung sei aber auch in den einzelnen Stadtteilfriedhöfen möglich. Darüber hinaus bietet die Stadt Frankfurt Räume für die rituellen Waschungen an.
Wilfried Hülsemann von der deutsch-ausländischen Gemeinschaft machte den Vorschlag, auf dem Waldfriedhof bei einer möglichen Erweiterung durch das Auswechseln des Untergrunds, die Voraussetzungen für sarglose Bestattungen zu schaffen. Berichtet wurde auch von der Möglichkeit, muslimische Bestattungen in Eschborn durchzuführen. Ein Recht darauf haben Schwalbacher aber nicht.
Mittlerweile hat sich auch der Ausländerbeirat erneut mit der Thematik befasst. Die „Eulen“ wollen nun einen Prüfantrag an den Magistrat stellen, um die Problematik „produktiv voranzubringen“. red

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