20. Juni 2017

Spiel und Spaß lockten zahlreiche Besucher zum Sommerfest im Tierheim Nied

Ein Fest für Zwei- und Vierbeiner

Martina Schmeißer, Schriftführerin des Schwalbacher Tierschutzvereins, weiß, wie gerne ihre Schützlinge spielen. Foto: Mingram

Das große Sommerfest des Tierschutzvereins Schwalbach und Frankfurt West, das mit seinem ansprechenden Programm an zwei Tagen zu Speis und Trank sowie Spiel, Spaß und Informationen einlud, ist weithin bekannt und war auch am vergangenen Wochenende wieder sehr gut besucht.

Den großen Zustrom von Menschen – und das gleich an zwei Tagen – sahen die Katzen in der Tierschutzanlage in Nied eher gelassen. Sehen und gesehen werden lautet die Devise, denn die Samtpfoten suchen ein neues Zuhause.
Tieren optimalen Lebensraum zu bieten und dadurch Leiden zu verhindern ist das oberste Ziel der Tierschützer, die in der Anlage unter der Schwanheimer Brücke arbeiten. Auf dem Gelände wurde daher eigens für hilfsbedürftige, wild lebende „Straßenkatzen“ ein Dschungelgehege gebaut, wo sich die Tiere in Höhlen und dichtem Gebüsch verstecken können. Die „Altenwohnanlage“ Casa Senila befindet sich in einem ausrangierten Wohnwagen.
Die anderen Katzen, die bereits an Menschen und die Gemeinschaft untereinander gewöhnt sind, toben, spielen oder aalen sich im weitläufigen Schau-Gehege oder nehmen durch die Umzäunung erste Kontakte zum potenziellen Frauchen oder Herrchen auf. Die Tiere, die in dieser Anlage landen, weisen gelegentlich schwerste Verletzungen oder Krankheiten auf.
Kastrationen stehen als tierärztliche Maßnahme an oberster Stelle. Manche Geschichte nimmt ein trauriges Ende. So sprang eine Katze in Panik von einem Parkhausdach in den Tod. „Sie war erst 2015 bei uns kastriert worden“, berichtet die erste Schriftführerin Martina Schmeißer. Doch jede gelungene Rettungsaktion macht den Helfern Mut und spornt sie zum Weitermachen an.
Der Bedarf an Informationen zur artgerechten Tierhaltung ist größer denn je, beschreibt Martina Schmeißer die derzeitige Situation. Oft werden Tiere über das Internet vermittelt und stellen ihre neuen Besitzer vor unerwartete Probleme. Dann werden die Tiere schlimmstenfalls ausgesetzt. Bevor eine solche Maßnahme erwogen wird, solle man unbedingt einen Tierschutzverein in der Nähe aufsuchen, appelliert die engagierte Tierschützerin. Um diese arbeits- und kostenintensive Arbeit bewältigen zu können, müssen Spenden fließen.
Besonders intensiv wurde beim Sommerfest die Deutsche Dogge Melvin von den Besuchern begutachtet. Melvins Gewicht galt es nämlich in einem Gewinnspiel zu schätzen. Sein Frauchen Petra Decken, Erste Vorsitzende des Vereins, hatte ihren imposanten Vierbeiner eigens für diese Aktion auf einer Spezialwaage wiegen lassen. Ganz im Zeichen des Tierschutzes stand auch das Speisenangebot, das auch vegane und vegetarische Gerichte wie Chili sin Carne bereithielt. mi

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