25. September 2017

Liberale glänzten am Sonntag in Schwalbach – CDU ganz schwach

FDP-Höhenflug in Schwalbach

7.966 Schwalbacher haben am Sonntag – wie hier in der Geschwister-Scholl-Schule – ihre Stimme zur Bundestagswahl abgegeben. Foto: Schlosser

Schwalbach hat in diesem Jahr etwas anders abgestimmt als der Rest des Landes, auch wenn die grundsätzliche Tendenz in den elf Wahlbezirken der Stadt ähnlich war.

Die Wahlbeteiligung lag in Schwalbach am gestrigen Sonntag bei 77,6 Prozent und damit höher als im Bundesdurchschnitt (75,4 Prozent) und höher als im Jahr 2013 (75,8 Prozent). Besonders starke Verluste musste auch in Schwalbach die CDU hinnehmen. Sie erreichte mit 32,2 Prozent ein noch schlechteres Ergebnis als im Bund und büßte sagenhafte 10,3 Prozentpunkte ein. Die Zahl der CDU-Wähler sank von 3.292 um 749 auf nur noch 2.543.
Dagegen ist die SPD ja fast schon glimpflich weggekommen. Mit 22,4 Prozent erhielten die Sozialdemokraten mehr Stimmen als bundesweit und verloren „nur“ 3,8 Prozentpunkte gegenüber 2013, was 261 verlorenen Wählern entspricht. Gegenüber den 40,9 Prozent bei der Kommunalwahl 2016 ist der Stimmenverlust allerdings dramatisch.
Der strahlende Sieger in Schwalbach heißt FDP. Mit 13,2 Prozent liegen die Liberalen noch einmal deutlich über dem guten Bundesergebnis und steigerten sich um 5,5 Prozentpunkte. 1.041 Schwalbacher wählten die FDP, die 2013 nur 599 Wähler in der Stadt überzeugen konnte.
Die FDP hielt offenbar auch die AfD im Zaum, die mit 11,0 Prozent in Schwalbach deutlich unter ihrem Gesamtergebnis abschneidet. 867 Schwalbacher entschieden sich für die Partei, bei der allerdings auch 2013 schon 501 Wähler ihr Kreuz gemacht hatten.
Auch die Grünen zeigen sich in Schwalbach außerordentlich stabil. 10,2 Prozent sind zwei Prozentpunkte mehr als bei der Bundestagswahl 2013. Von 637 stieg die Zahl der Schwalbacher Wähler auf 809.
Gar um 2,6 Prozentpunkte hat in Schwalbach die Linke zugelegt, steigerte sich allerdings auf niedrigem Niveau von 4,8 Prozent auf 7,4 Prozent.In absoluten Zahlen war das ein Zuwachs von 370 auf 581 Stimmen.
Bei der Wahl des Direktkandidaten setzte sich Norbert Altenkamp von der CDU in Schwalbach mit 38,5 Prozent klar durch, auch wenn er meilenweit von den 50,5 Prozent seines Vorgängers Heinz Riesenhuber entfernt ist. Kein Kapital konnte aus dieser relativen Schwäche SPD-Kandidatin Ilja-Kristin Seewald schlagen. Sie war mit 26,9 Prozent noch einmal 4,2 Prozentpunkte schlechter als ihr Vorgänger Dieter Falk.

Prognose aus Schwalbach

Eine Besonderheit gab es in diesem Jahr in den Wahlbezirken 1 und 2 in der Geschwister-Scholl-Schule. Infratest-Dimap (ARD) und die Forschungsgruppe Wahlen (ZDF) hatten diese beiden Wahlbezirke für ihre 18-Uhr-Prognosen ausgewählt und forderte die Wähler nach der Wahl auf, den Stimmzettel freiwillig ein weiteres Mal auszufüllen. Etwa jeder fünfte Wähler wurde darüber hinaus nach Detaildaten wie Alter, Geschlecht oder Schulabschluss gefragt und nach seiner Entscheidung im Jahr 2013. Damit gehörten die beiden Schwalbacher Wahlbezirke zu den rund 1.200 Wahllokalen in Deutschland, die aktiv an den Analysen mitarbeiteten, die gestern Abend in zahllosen Grafiken bei ARD und ZDF über die Bildschirme flimmerten. MS

Die detaillierten Ergebnisse für alle Schwalbacher Wahlbezirke finden Sie hier.

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