24. Oktober 2017

Judoabteilung der TGS feierte ihr 50-jähriges Bestehen mit einem Festakt

Als Judo noch als brutal galt

Feierlich begrüßte Kurt Kreyling, Vorsitzender der TG Schwalbach, alle Gäste und blickte auf die 130 Jahre der Turngemeinde und 50 Jahre der Judo-Abteilung zurück. Foto: Leyendecker

Am vergangenen Sonntag feierte die Turngemeinde Schwalbach (TGS) das 50-jährige Bestehen ihrer Judo-Abteilung mit einem akademischen Frühschoppen. Vorsitzender Kurt Kreyling begrüßte die zahlreichen Anwesenden und schaute unter dem Motto „Neugier und Freude altern nicht“ auf die insgesamt bereits 130 Jahre bestehende Turngemeinde zurück.

Die Hauptaufmerksamkeit richtete sich jedoch auf die Judo-Abteilung, welche im Jahr 1967 gegründet wurde. Die japanische Sportart galt zu dieser Zeit in Deutschland als eher unbekannt. Viele bezeichneten die Ausübung als gewalttätig und brutal. Nichtsdestoweniger etablierte sich die Sportart dank der Arbeit von Dieter Bacher und Wolfgang Specht als zentraler Bestandteil der TG Schwalbach.
In seiner Rede betonte Kurt Kreyling die elementaren Bestandteile des Judosports und machte deutlich, dass insbesondere die Übernahme von Verantwortung sowie Selbstüberwindung und Disziplin ein wichtiges Element des Sports darstellten. Nur die Kenntnis bestimmter Techniken mache den Sport für Außenstehende spannend, so Kurt Kreyling. Das Thema Doping sei für die Zukunft des Sports eine Gefahr, ebenso der Bruch mit den grundsätzlichen Werten des Sports, wie Respekt, Höflichkeit und Hilfsbereitschaft.
Der Abteilungsleiter des Bereichs Judo, Dieter Bacher, berichtete von den Wettkampferfolgen der Abteilung. Die Männermannschaft kämpfte sich bis zur Oberliga, die Damenmannschaft schaffte 2002 den Sprung in die zweite Bundesliga und etablierte sich dort bis 2007. In den vergangenen 50 Jahren wurden 1.510 Judoka erfolgreich ausgebildet. Aktuell gibt es in der TG Schwalbach 116 Judoka.
Ehrenvorsitzender Wolfgang Specht legte in seiner Rede offen, welche Schwierigkeiten die Judoabteilung am Anfang überwinden musste. Die erste Aufführung hatte der Verein im Dezember 1967, im Jahr 1977 kam die Sportart Ju Jutsu hinzu, Ende der 80er-Jahre begann die Idee, mit der Judoabteilung auch Wettkämpfe zu bestreiten. Wolfgang Specht machte deutlich, dass in der digitalen Welt besonders das Motiv gelte, den persönlichen Kontakt nicht verkümmern zu lassen, sondern weiter aufzubauen, denn nur solcher Kontakt würde die Grundsätze des Judo weiterhin hochhalten.
Der Vorsitzende des Hessischen Judo-Verbandes, Willi Moritz, sowie der Vorsitzende des Sportkreises Main-Taunus, Hans Böhl, verteilte am Ende der Zeremonie Urkunden und Auszeichnungen an verdiente Judoka. Auch Landrat Michael Cyriax (CDU) sowie Bürgermeisterin Christiane Augsburger (SPD) waren bei dem Ereignis anwesend und begleiteten den Vormittag mit Reden über ihre Vergangenheit in Bezug auf die TG Schwalbach.
Den Abschluss gestaltete eine Schauvorführung der Taekwondo-Sektion der TGS, welche verschiedene Situationen und Kampftechniken unter den aufmerksamen Blicken der Zuschauer vollführte. fl

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