24. Oktober 2017

Referent Dr. Bernhard Jünemann reiste in seinem Vortrag quer durch die Bretagne

Von St. Malo bis Pont Aven

Die Vorsitzende des Arbeitskreises Avrillé, Monika Beck (links), dankte Dr. Jünemann für seinen gelungen Vortrag über die Bretagne, der authentische Ergebnisse seiner deutsch-französischen Exkursionen in Bild setzte. Foto: Jürgen Schulte-Mäter

Zum Thema „Bretagne – zwischen Tradition und Aufbruch“ referierte am 12. Oktober Dr. Bernhard Jünemann im Schwalbacher Bürgerhaus. Zahlreiche Interessenten sind der Einladung des Arbeitskreis Avrillé und der Kulturkreis GmbH gefolgt.

Bernhard Jünemann nahm die Besucher mit auf eine informative und unterhaltsame Rundreise durch die Bretagne. Anhand von Fotos und Filmsequenzen erhielten die Zuschauer Einblicke in die atemberaubenden Landschaften entlang der bretonischen Küste, in Städte wie Dinan und St. Malo, einst Hochburg der Korsaren, oder wie Nantes, bekannt für den früher von hier aus betriebenen Sklavenhandel.
Die Besucher erfuhren auch etwas über Orte wie Pont Aven, wo der Maler Paul Gauguin längere Zeit lebte, heute jedoch ungleich bekannter als einer der Schauplätze der Kriminalromane des Autors Jean-Luc Bannalec. Dessen Held, Kommissar Dupin, sorgt – nicht zuletzt durch die Fernsehserie – für Präsenz der Bretagne und Bekanntheit ihres Lokalkolorits. Natürlich führte die „Vortragsreise“ auch nach Carnac mit seinen berühmten Menhiren, die fast jedem aus „Asterix und Obelix“ als Hinkelsteine geläufig sind.
Der Referent informierte das Publikum über die Prägung der bretonischen Region durch einen tief verwurzelten Katholizismus, die ihren Ausdruck in vielen, zum Teil unbekannten Heiligen gewidmeten Kirchen findet ebenso wie in den regionaltypischen „Kalvarienbergen“. Auch steinerne Monumenten der Leidensgeschichte Jesu, die oft von der Seeluft in Jahrhunderten nahezu unkenntlich gemacht wurden, zeugen davon.
Bernhard Jünemann ging auch auf die bretonische Zweisprachigkeit, die in Hinweisschildern deutlich wird, und auf bretonische Trachten ein. Das lebendige Traditionsbewusstsein der Bretonen dokumentieren bretonische Musikinstrumente wie Drehleier und Bombarde.
Wie sich der typische Bretone selbst charakterisiert, lässt sich Bernhard Jünemann zufolge in wenigen Worten zusammenfassen: „Es reicht bei Weitem nicht bretonische Eltern zu haben. Er muss beständig sein in seinen Überzeugungen und vor allem treu in den Freundschaften.“ red

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