29. November 2017

Schwalbacher Grüne machen an einem Infostand eine Umfrage zum unteren Marktplatz

Brunnen soll erhalten bleiben

Die Schwalbacher gestalten gerne mit, wenn sie gefragt werden. Das ist die Bilanz einer Umfrage der Grünen zur Neugestaltung des unteren Marktplatzes. Beim jüngsten Infostand gab es insgesamt 102 Wortmeldungen.

Die Umfrage der Schwalbacher Grünen kam ihrer Meinung nach zur rechten Zeit, weil nun nach drei Jahren auch die offiziellen Planunterlagen vorliegen, die eine parlamentarische Arbeitsgruppe auf der Grundlage eines Parlamentsbeschlusses aus dem Dezember 2014 erarbeitet hat. Es sei ärgerlich, so die Grünen, dass es so lange gedauert hat, aber jeder der vorgelegten Pläne sei als Diskussionsgrundlage wesentlich besser geeignet als ein früherer Architektenplan, der die vollständige Umgestaltung des Marktplatzbereichs und eine sehr problematische Treppenanlage mit integrierten Rampen ohne Geländer vorgesehen hatte.
Dass der Platz nach der Sanierung barrierefrei sein soll, sei ebenso unumstritten wie die Notwendigkeit, dass es weiterhin einen umzäunten Spielplatz geben muss, heißt es seitens der Grünen. Die ganz überwiegende Mehrheit der Befragten erwarte gar keine spektakuläre Umgestaltung, sondern eher eine behutsame Sanierung, ästhetisch ansprechend und zeitgemäß. Die Grundform des Platzes solle erhalten bleiben, sagen 61 Umfrageteilnehmer, 17 waren hier anderer Meinung.
Das Brunnenensemble mit der prominenten Figurengruppe ist den Grünen zufolge nicht völlig unumstritten, aber dass auf jeden Fall die Figurengruppe erhalten bleiben muss, fordern sogar 85 Befragte, nur 14 sind gegenteiliger Auffassung. „Die Meisten empfinden den Brunnen und den runden Platzabschluss zum Bürgerhaus als angenehmen Kontrapunkt zu der „Quaderarchitektur“ der Häuser am Marktplatz. Viele sehen in dem lokalen Wahrzeichen sogar schon ein Stückchen Heimat, das sie nicht missen wollen“, meint Grünen-Stadtverordneter Arnold Bernhardt.
Eine deutliche Mehrheit will der Umfrage zufolge die am Marktplatz vorhandenen Bäume erhalten wissen (57:29) und sogar eine zusätzliche Baumgruppe auf dem Platz (54:28). Dass der Kiosk verschwinden soll, ist die fast einhellige Meinung der Anwohner und die überwiegende Zahl der Wortmeldungen stimmt dem zu (77 : 18). Diesem Wunsch wird nun wohl auch Rechnung getragen. Der Kioskbetrieb ist seit einigen Wochen eingestellt.
Eine Fülle konkreter Gestaltungsvorschläge beschäftige sich mit Planungsdetails oder gebe Grundsätzliches zu bedenken, etwa mit dem Hinweis, dass es hier abends oft zu laut sei. Der Platz sei das unmittelbare Wohnumfeld für viele hundert Anwohner. Andere wollen alle „dunklen Ecken“ vermeiden und sehen deshalb auch die derzeitigen Bäume oder geplanten Baumgruppen kritisch.
„Manches lässt sich gerade nicht miteinander vereinbaren, muss entschieden werden und die vorliegenden Planentwürfe sind hierfür durchaus eine gute Grundlage“, so die Grünen. Die vorliegenden Varianten könnten laut den Grünen hinsichtlich des Planungsziels „Barrierefreiheit“ noch weiter optimiert werden und es sei zu prüfen, ob nicht durch eine andere Platzierung der Rampenzugänge zur Ebene vor dem „Bunten Riesen“ dieser Bereich des unteren Marktplatzes besser zu nutzen wäre.
Wichtig ist den Grünen, dass hierüber endlich öffentlich diskutiert werden kann. „Der untere Marktplatz ist für viele Schwalbacher und für Besucher das Eingangstor zu unserer Stadt. Er ist unmittelbares Wohnumfeld und Visitenkarte zugleich. Der mittlerweile schlechte Zustand des Platzes, der Oberflächen, der Treppenanlagen trägt zu einem hier problematischen sozialen Umfeld bei. Erklärt Arnold Bernhardt.
Das Umfrageergebnis mit vollständiger Dokumentation der Anregungen und Gestaltungsvorschläge wollen die Grünen im Januar öffentlich präsentiert. red

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