12. Januar 2018

Vortrag beim Neujahrsempfang am Sonntag

Burnout, Stress und Depressionen

Prof. Sighard Neckel hält den Festvortrag beim diesjährigen Neujahrsempfang der Stadt am Sonntag. Foto: Heinrich-Böll-Stiftung

Zum Neujahrsempfang 2018 des Magistrats am Sonntag, 14. Januar, um 11.30 Uhr im großen Saal des Bürgerhauses sind alle Schwalbacher eingeladen. Den Festvortrag hält Prof. Sighard Neckel.

Bürgermeisterin Christiane Augsburger: „Der festliche Auftakt zum neuen Jahr ist eine öffentliche Veranstaltung, die viele interessante Begegnungen und Gespräche ermöglichen will. Mit dem Festvortrag möchten wir dazu eine Anregung bieten, die über den Tag hinaus wirkt – für jeden Einzelnen, aber auch für unsere Stadt. Wir freuen uns deshalb sehr, dass wir den renommierten Soziologen Sighard Neckel gewinnen konnten.“
Der Universitätsprofessor für Soziologie Sighard Neckel spricht zum Thema „Das gesellschaftliche Leid der Erschöpfung. Eine Zeitdiagnose.“ Er schreibt dazu: „Die Vielzahl von Erschöpfungskrankheiten wie Burnout, Stress und Depression dokumentiert das Leiden an einer modernen Lebensführung, die von Konkurrenz, Erfolgsdruck und einer ‚Kultur der Selbstzuständigkeit‘ geprägt ist. Besonders anfällig sind Berufstätige dadurch, dass der hohe Einsatz, der von ihnen verlangt wird, häufig auf den Wunsch trifft, Arbeit als Teil der persönlichen Selbstverwirklichung zu begreifen. Dann kombiniert sich die Überlastung in der Berufswelt und im Familienalltag mit der Gefahr einer Überforderung durch die eigenen hohen Ansprüche.“ Der Vortrag schildert die gesellschaftlichen Hintergründe dieser Entwicklung und wirft die Frage auf, welche Auswege es aus den Erschöpfungskrisen der Gegenwart geben könnte.
Sighard Neckel ist seit 2016 an der Universität Hamburg und beschäftigt sich insbesondere mit Gesellschaftsanalyse und sozialem Wandel. Von 2011 an war er Universitätsprofessor für Soziologie mit dem Schwerpunkt soziale Ungleichheit an der Goethe-Universität Frankfurt. Gemeinsam mit anderen erhielt er 2010 den René-König-Lehrbuchpreis der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) für „Sternstunden der Soziologie. Wegweisende Theoriemodelle des soziologischen Denkens.“ Und sein mit weiteren Autoren verfasstes Buch „Strukturierte Verantwortungslosigkeit. Berichte aus der Bankenwelt“ wurde von Süddeutscher Zeitung und Norddeutschem Rundfunk im September 2010 mit dem ersten Platz der Bestenliste „Sachbuch des Monats“ ausgezeichnet.
Einen inhaltlichen Bezug zum Festvortrag hat sein gemeinsam mit Greta Wagner herausgegebenes Buch „Leistung und Erschöpfung. Burnout in der Wettbewerbsgesellschaft“, das 2013 erschienen ist. Beide Sachbücher kann man nach der Veranstaltung an einem Büchertisch erwerben und auf Wusch signieren lassen. red

 

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