26. Januar 2018

Ein Großartiger Abend mit dem „BosArt Trio“

Raps-Ode an der Durdau

Auch bei ihrem jüngsten Auftritt in Schwalbach bot das „BosArt Trio“ musikalische Unterhaltung auf höchstem Niveau. Foto: Rautert

Sinnhafter Nonsens, intelligenter Klamauk oder einfach musikalisch unterlegtes Kabarett – all diese Attribute treffen auf das „BosArt Trio“ zu, das am Dienstagabend in Schwalbach gastierte.

Die drei Künstler Wolfgang Schäfer, Reinhard Buhrow und Hans Hachmann stehen nun schon seit 34 Jahren auf der Bühne und nehmen die Verwechslung mit dem berühmten „BeauxArts Trio“ durchaus billigend in Kauf. In ihrer Bühnenshow im vollbesetzten Bürgerhaussaal demonstrierten sie souverän, dass sie diesen Vergleich aber nicht zu scheuen brauchen und jederzeit in der Lage sind, ihr Publikum mit mehr als nur kleinen „BosArtigkeiten“ zu begeistern.
Für ihre Darbietung, die sinnigerweise den Titel „Unerhörte Meisterwerke“ trägt, haben die drei Künstler das Beste aus insgesamt zehn erfolgreichen Programmen zusammengetragen. Getreu ihrem anfangs gegebenen Versprechen, dass das Publikum nicht nach Hause gehen würde, ohne etwas mitgenommen zu haben, boten sie bei ihrem Parforce-Ritt durch die Musikhistorie Unterhaltung auf höchstem Niveau.
Dabei kamen die „schnelle Bagatelle“, eine „Raps-Ode“ von Brahms oder das „Rezitativ des Tages“ ebenso zum Vortrag wie die Einführung in das Kunstlied am Beispiel von Papst Gregor, dem Schrecklichen und seiner unheimlichen Nonne. Zudem wurden die Zuschauer mit dem musikalischen Kleintier Blattlaus, der bach´schen Zahlensymbolik oder dem Fluss Moldau vertraut gemacht, der ebenso gut Durdau heißen könnte.
Eine gewisse musikalische Vorbildung beim Publikum ist für diese Art des Vortrags durchaus hilfreich, denn erst dann erschließt sich die ganze Kunstfertigkeit, mit der das „BosArt Trio“ Stücke und Texte adaptiert hat. Aber insgesamt kam jeder im Publikum auf seine Kosten, denn die drei Künstler aus Freiburg überzeugten mit hintersinnigem Wortwitz, beeindruckendem Gesang und musikalischer Virtuosität am Piano und der Blockflöte.
Dabei hat jeder von ihnen auf der Bühne eine eigene Rolle inne, die brillant dargeboten wird. Die Homogenität des Trios ist kein Zufall, weil sich die drei bereits zu Studienzeiten kennengelernt und ihren Auftritt im Lauf der Zeit immer mehr perfektioniert haben. Im Privatleben sind sie als Musikredakteur beim SWR (Hans Hachmann), Professor für Chorleitung an der Musikhochschule Frankfurt (Wolfgang Schäfer) und Dozent für Klavier an der Musikhochschule Freiburg (Reinhard Buhrow) tätig. Für ihre großartige Darbietung dankte ihnen das Publikum im Bürgerhaus am Schluss mit langanhaltendem Applaus. hr

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.