5. Februar 2018

Drei Wochen lang wurden am Marktplatz 42 die Mülltonnen nicht geleert

„Willkommen im Mittelalter“ – Update

Wie auf einer Deponie sah es bis zum Samstag im Müllraum des Wohnblocks am Marktplatz 42 aus. Foto: privat

Müllnotstand am Marktplatz. Im Haus mit der Nummer 42 wurden drei Wochen die Müllcontainer nicht mehr geleert. Im Müllraum lagerte am Ende so viel Müll, dass sich die Tür kaum noch öffnen ließ. Am Samstag wurde der Dreck endlich beseitigt.

Die Anwohner des großen Mehrfamilienhauses direkt am Schwalbacher Busbahnhof wussten Ende vergangener Woche nicht mehr, wohin mit ihrem Müll. Das Unglück nahm Mitte Januar seinen Lauf: Damals waren die 1,1 Kubikmeter großen Container im Müllraum im Erdgeschoss nicht wie geplant geleert worden. „Leider haben sich in letzter Zeit Fälle von unsachgemäßer Müllbeseitigung gemehrt. Verschiedene Müllsorten wie Rest- oder Plastikmüll wurden nicht wie vorgeschrieben getrennt“, erklärt Geschäftsführer David Althans auf Anfrage der Schwalbacher Zeitung. Der Entsorger der Stadt Schwalbach habe deshalb keine Leerung der Müllcontainer vornehmen können.
Eine kleine Maßnahme mit großen Folgen, denn danach stellten die Bewohner ihre Mülltüten und –säcke einfach auf und neben die übervollen Tonnen. Als die Müllabfuhr eine Woche später wieder zum Leeren kam, weigerte sich das Personal, den stinkenden Müllberg zu beseitigen. Anschließend wuchs dieser von Tag zu Tag immer weiter an. Am vergangenen Freitag kam man vor lauter Abfall kaum noch in den Müllraum hinein.
Die Anwohner fühlten sich von „WVB Centuria“ im Stich gelassen. Schon nach der ersten Woche beschwerten sie sich immer wieder bei der Verwaltungsfirma, doch lange geschah nichts. Erst Ende vergangener Woche veranlasste „WVB Centuria“ dann eine Sonderleerung. Am Samstag wurde der Müllberg schließlich beseitigt.
Die Bewohner schwankten bis dahin zwischen Wut und Verzweiflung. Einige trugen ihre Mülltüten zu Bekannten, andere wurden im Ordnungsamt im Rathaus gleich gegenüber vorstellig. So lange keine Gesundheitsgefahr besteht, könne man nicht eingreifen, berichten die Anwohner von ihren Gesprächen mit der Stadt.
Die Wut entlud sich vor allem im sozialen Netzwerk Facebook. „Eine Schande“, schimpft einer der Mieter. Ein anderer beschreibt die Situation treffend: „Da werden ganze Heerscharen von Ratten anmarschieren und Krankheiten verbreiten. Willkommen im Mittelalter.“ MS

 

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