10. Januar 2020

Neue Hundekotbeutel bestehen aus Recycling-Material

Immer mit nach Hause nehmen

Rund 300.000 Beutel werden jedes Jahr aus den 29 „Dog Stations“ im Stadtgebiet gezogen. In diesem Tütchenspender sind die Beutel noch rot. Künftig sind sie grau und aus Recycling-Material. Foto: Schlosser

Etwa 300.000 Hundekotbeutel werden Jahr für Jahr aus den 29 im Schwalbacher Stadtgebiet verteilten Dog-Stationen gezogen. Seit diesem Jahr bestehen sie zu 100 Prozent aus Recycling-Material.

Die große Zahl der Tüten klingt zunächst einmal gut, verschmutzen dadurch doch die vielen eingesammelten Hundehaufen nicht die Gehwege und Grünanlagen. Die Kehrseite ist aber der Plastikmüll. Denn leider landen die gefüllten Tütchen nicht immer da, wo sie hingehören, nämlich im nächsten Mülleimer. Viele finden ihren Weg auf Wiesen oder ins Gebüsch, wo sie der Natur durchaus Schaden zuführen.
Das Ordnungsamt hat sich nun intensiv mit der Thematik beschäftigt und nach Alternativen zu den derzeit verwendeten roten Beuteln gesucht. Nach einigen Testläufen hauseigener Hundehalter wurde schnell klar, dass Papiertüten keine Lösung sind. Diese sind nicht nur unhandlich beim Mitführen, sondern weichen auch schnell durch.
Stark beworben werden von den Herstellern „CO2 neutrale Plastiktüten aus Zuckerrohr“. Ob man den Anbau von Zuckerrohr mittels Rodung von Urwald und das teilweise immer noch praktizierte Abbrennen der geernteten Felder als klimafreundlich betrachten kann, mag jeder für sich entscheiden. Der Transport des Materials aus Brasilien oder Kolumbien nach Europa ist es sicher nicht. Somit gab es auch hierfür kein grünes Licht.
Da kompostierbare beziehungsweise verrottende Hundekotbeutel in der jährlich benötigten Menge allein schon aus finanziellen Gründen nicht eingesetzt werden können, hat sich die Stadtverwaltung nun als Kompromiss für ein Produkt aus 100 Prozent recycelter Altfolie entschieden. Für die Herstellung der Tüten wird kein zusätzliches Kunststoffgranulat oder Öl verwendet, sondern Abfallfolien recycelt und dadurch wiederverwendet. Lange Transportwege um die halbe Welt fallen ebenfalls weg, da die Produktion in der EU erfolgt.
Der einziger Nachteil: Die Hundekotbeutel gibt es gegenwärtig nur in einem dunkelgrauen Farbton, so dass achtlos in die Landschaft geworfene Tüten nicht mehr so stark auffallen und dadurch von den Mitarbeitern des Bauhofs schlechter eingesammelt werden können. Deshalb bittet das Ordnungsamt alle Hundehalter noch einmal nachdrücklich darum, die Hinterlassenschaften ihrer Hunde grundsätzlich zu beseitigen – auch jetzt im Winter – und die Kotbeutel unbedingt im Müll zu entsorgen. Dies gilt ausdrücklich für den gesamten Stadtbereich, die Park-, Spiel- und Grünanlagen sowie alle Verkehrsflächen.
Für Rückfragen und weitere Informationen steht die stellvertretende Leiterin des Ordnungsamtes, Silja Ziener-Martin, unter der Rufnummer 06196/804-169 zur Verfügung. red

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