28. April 2020

Deutsch-südafrikanischer Verein hilft Familien in Kapstadts Armenvierteln

Virtueller Spendenlauf

Die Bad Sodenerin Ellen Bielfeldt hat vor zwei Jahren ein Freiwilliges Soziales Jahr in Kapstadt in Südafrika verbracht und engagiert sich seit ihrer Rückkehr weiterhin für einige Organisationen dort. Eine davon ist der deutsch-südafrikanische Verein Ubomi, der für teils verwaiste Kinder in den Armenvierteln Kapstadts ein Nachmittagsprogramm anbietet, um ihnen eine Chance auf ein kindgerechtes Leben zu geben. Auch in Südafrika herrscht zur Zeit das Coronavirus, das Land befindet sich seit einigen Wochen in einem „Lockdown“, der viele Menschen dort noch weiter in die Armut stürzt.

So hat der deutsch-südafrikanische Verein Ubomi bereits 2,5 Tonnen Lebensmittel an etwa 500 Menschen verteilen können – genug für etwa drei bis vier Wochen. Um jedoch weitere Lebensmittelpakete verteilen zu können, sind sie, wie so viele andere Organisationen, auf Spenden angewiesen.
Um diese zu sammeln, veranstaltet Ubomi von Sonntag, 3. Mai, bis Sonntag, 17. Mai, einen virtuellen Spendenlauf, bei dem jeder von Zuhause aus mitmachen kann. Ziel ist es, zusammen mit allen Freiwilligen, 12.560 Kilometer zurückzulegen, also einmal der Weg von Aachen zu dessen Partnerstadt Kapstadt. Weitere Informationen zu diesem Lauf und Möglichkeiten sich an der Spendenaktion zu beteiligen, gibt es hier im Internet.
Laut der Johns-Hopkins-Universität sind zum 27. April 4.546 Menschen in Südafrika mit Covid-19 infiziert, 75 gestorben. Jedoch stehen die Mittel für umfangreiche Tests nicht zur Verfügung, Experten befürchten deshalb das die Dunkelziffer sehr viel höher liegt. Hochrechnungen des „South African Center for Epidemiological Modelling and Analysis” gehen von 87.900 bis 351.000 Toten durch das neuartige Virus aus.
Insbesondere auf die Einwohner der Armenviertel dort, genannt Townships, hat der Lockdown enorme Auswirkungen. Schon vor dem Ausbruch von Covid-19 waren die Zustände dort dramatisch, vor allem die hygienische Situation. Viele der Menschen in den Townships wohnen auf engstem Raum, teils in Wellblechhütten, und die einzige Waschmöglichkeit befindet sich oft auf der Straße.
Zu den gesundheitlichen Risiken kommt in Zeiten des Lockdowns auch eine neue Dimension der Armut. Viele der Bewohner der Townships sind als Tagelöhner tätig und sehen sich ohne soziale Sicherungssysteme mit einem hundertprozentigen Einkommensverlust konfrontiert. Um diese Menschen vor dem Hunger zu bewahren, sind verschiedene Organisationen wie Ubomi tätig geworden, um die Grundversorgung mit Lebensmitteln sicherzustellen. red

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