11. Mai 2020

Weintrinken liegt im Trend. Unser „Ratgeber Wein“ zeigt, auf was Anfänger beim Kauf achten sollten, was die Weine vom Discounter taugen, wo es virtuelle Weinproben gibt und vieles mehr.

Hauptsache der Wein schmeckt

Auf was Wein-Anfänger achten sollten

Weingenuss liegt im Trend. In den aktuellen Corona-Zeiten verlagert sich der Konsum der Deutschen in die eigenen vier Wände, denn gesellige Treffen in Restaurants, Bars oder an den beliebten Weinständen in vielen Orten fallen wegen der Hygiene- und Abstandsbestimmungen weg.

Auch Verkostungsmöglichkeiten vor der Kaufentscheidungen bestehen nicht. Der Weinkauf – ganz gleich ob online oder im Geschäft – birgt daher stets das Risiko, den eigenen Gaumen zu enttäuschen. Wohl dem, der seinen Geschmack kennt und anhand der Bezeichnungen auf dem Etikett den für sich passenden Rebensaft auswählen kann.

Schaue! Rieche! Schmecke!

Aber worauf muss man achten, dass der edle Schluck einem auch wirklich mundet? Zunächst stellt sich die Frage, ob man trockene, halbtrockene, liebliche oder süße Weine bevorzugt. Tipps dazu gibt es hier. Dabei ist neben dem Geschmack auch der Anlass, zu dem Wein genossen werden soll von Bedeutung. Ist diese Entscheidung getroffen, stellt sich die Frage nach der Rebsorte. Hier ein Überblick über die gängigsten Sorten und Anbaugebiete. Sind diese Fragen geklärt, kommt der genussvolle Teil. Für eine Weinverkostung gilt die Reihenfolge: Schaue! – Rieche! – Schmecke!
Weitere Tipps, wie man lernt einen Wein zu entdecken finden sich hier. Und auf „YouTube“ hat „Die Klugscheißerin“ schon 2014 das folgende Video für Wein-Anfänger ins Netz gestellt:

Weinkonsum steigt

Wissenschaftler haben entdeckt, das ein Glas Wein am Tag nicht nur sehr gesund, sondern auch sehr wenig ist. Hinter diesem Scherz steckt eine echte Nachricht, denn in Deutschland ist der häusliche Mehrkonsum seit den Ausgangsbeschränkungen bereits messbar. Die Daten einer Marktbefragung der Konsumforschungsgesellschaft GfK zeigen, im Vergleich mit den Kalenderwochen ab dem 24. Februar bis 15. März mit denen des Vorjahres, dass – auch wegen Hamsterkäufen – der Umsatz in manchen Sparten um 200 Prozent zugelegt hat. Was genau da alles konsumiert wurde, verrät die GfK-Studie allerdings nicht. Die Anbieter der App „Bring!“ meinen das jedoch zu wissen. Sie haben zwischen 16. Februar und 22. März angeblich das Einkaufsverhalten von einer Million Menschen in Deutschland analysiert. Ihr Fazit: Der Genuss legaler Drogen nimmt zu. Sowohl Bier (plus 36 Prozent), Wein (plus 61 Prozent) als auch Zigaretten (plus 47 Prozent) sind derzeit besonders gefragt: Leider fehlt bei den Aussagen der Vergleichszeitraum sowie eine Erklärung, wie die Daten ermittelt wurden. ps

 

„Weingüter mit Bestellungen unterstützen“

Corona-Pandemie bringt viele Winzer in Schwierigkeiten

Auch wenn der Weinabsatz im Lebensmitteleinzelhandel derzeit gut läuft, haben Weinerzeuger, die dort nicht gelistet sind, zum Teil mit erheblichen Absatzrückgängen zu kämpfen. Das berichtet das Deutsche Weininstitut (DWI) und fordert die Verbraucher zu Online-Bestellungen auf.

„Insbesondere viele kleinere Betriebe, für die der Weintourismus und der Weinverkauf ab Hof oder die Gastronomie die Hauptabsatzkanäle sind, leiden sehr stark unter den aktuellen Beschränkungen durch die Corona-Pandemie“, erklärt die Geschäftsführerin des Deutschen Weininstituts (DWI), Monika Reule.
Weggefallen seien für die Weinerzeuger zudem zahlreiche Präsentationsmöglichkeiten, sei es auf Fachmessen, im eigenen Weingut oder auf Weinfesten. Darum ist es laut Reule sehr wichtig, dass die Weinfreunde die heimischen Winzer weiterhin durch direkte Bestellungen unterstützen. Viele Erzeuger kämen ihren Kunden dabei mit versandkostenfreien Lieferungen auch bei kleineren Bestellmengen entgegen. „Global denken, lokal trinken, heißt jetzt die Devise“, so die DWI-Chefin.

Online-Weinproben boomen

Einen regelrechten Boom erfahren derzeit Online-Weinproben, bei denen man sich für einen bestimmten Zeitpunkt mit dem Winzer im Internet verabredet und gemeinsam die zuvor georderten Weine verkostet. 100 bis über 200 Teilnehmer an diesen virtuellen Weinverkostungen, in denen die Weinfreunde über Chats auch Fragen zum Wein stellen können, sind keine Seltenheit. Auf der DWI-Webseite sind mehr als 100 Weingüter und Winzergenossenschaften aufgelistet, die diesen Service anbieten. Die Liste finden Sie hier.
In der Winzer-Datenbank des DWI sind zudem über 2.500 Betriebe gelistet, bei denen Weine in der Regel auch über einen eigenen Webshop, per Mail oder per Telefon einfach bestellt werden können. Viele Betriebe versenden ihre Weine in Zeiten von Corona sogar versandkostenfrei oder haben attraktive Probierpakete im Angebot. red

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So gut ist Discounter-Wein

NDR ließ Weine von Aldi & Co. testen

Wie gut ist Wein vom Discounter? Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) wollte es im vergangenen Jahr genau wissen und lud einige Sommeliers zur Blindverkostung aus den „Kellern“ von Aldi, Lidl, Penny und Netto.

Jede zweite Flasche Wein kaufen Verbraucher in Deutschland bei Discountern. Dort sind Rotwein oder Weißwein schon für weniger als fünf Euro pro Flasche zu haben.

Aldi-Riesling mundet

In einer Stichprobe hat die Sendung „Markt“ im vergangenen August Riesling, Bordeaux und Chardonnay vom Discounter für weniger als fünf Euro pro Flasche probieren lassen. Die Ergebnisse der Verkostung. Der Rhein-Hessen-Riesling (Jahrgang 2018) von Aldi für 2,79 Euro schnitt im Vergleich am besten ab. Der Riesling von Penny für 2,99 Euro und der Bio-Riesling von Lidl überzeugten die Tester nicht.
Bei den Bordeaux-Weinen von Aldi und Lidl (jeweils 2,79 Euro) bemängelten die Tester einen alkoholisch-wässrigen bis bitteren Geschmack. Die Weine seien außerdem untypisch für einen Bordeaux. Der Bordeaux von Netto für 4,99 Euro schmeckte den Testern besser. Bei den australisches Chardonnays des Jahrgangs 2018 überzeugter keiner die Tester. red

 

Jahrgang 2019 mit „sehr guter“ Qualität

Erntemenge lag aber deutlich unter dem Durchschnitt

Vom Jahrgang 2019 wurden bundesweit exakt 8,326 Millionen Hektoliter Weinmost eingelagert. Dies sind rund 0,1 Mio. Hektoliter weniger als zuletzt geschätzt.

Wie das Deutsche Weininstitut (DWI) auf Basis der Erhebung des Statistischen Bundesamtes mitteilt, liegt die finale Erntemenge damit fünf Prozent unter dem zehnjährigen Mittel von 8,8 Millionen Hektolitern und 20 Prozent unter der außergewöhnlich großen 2018er-Ernte. Für die unterdurchschnittlichen Erträge waren die teils massiven Sonnenbrandschäden an den Beeren aufgrund der extremen Sommertemperaturen ebenso verantwortlich, wie die weit verbreitete Trockenheit.

Mehr weiß als rot

Die Erntemenge stammt zu 63 Prozent von Weißweinsorten und zu 37 Prozent von roten Trauben. Die fünf bedeutendsten Rebsorten in Deutschland haben mit fünf Millionen Hektolitern einen Anteil von 60 Prozent an der Gesamterntemenge. Deren Erträge unterteilen sich in 1,6 Millionen Hektoliter Riesling, 1,2 Millionen Hektoliter Müller-Thurgau, jeweils 0,9 Millionen Hektoliter Spätburgunder und Dornfelder sowie 0,5 Millionen Hektoliter Grauburgunder.
Insgesamt gesehen fiel die Erntemenge in Rheinland-Pfalz, dem größten weinbautreibenden Bundesland mit rund 5,6 Millionen Hektolitern um vier Prozent niedriger aus als im zehnjährigen Durchschnitt. Außergewöhnlich hohe Ernteverluste von 22 Prozent hatten die fränkischen Weinerzeuger zu verzeichnen. Mit einem Minus von jeweils 14 Prozent lagen die Erträge in Württemberg und an Saale-Unstrut ebenfalls deutlich unter dem Durchschnitt. Ein Prozent im Plus lag dagegen die Erntemenge von 1,2 Millionen Hektolitern im drittgrößten deutschen Weinbaugebiet Baden und in Sachsen bewegte sie sich mit 26.000 Hektolitern sogar 22 Prozent über dem Zehnjahresmittel.

Sehr guter Jahrgang

Qualitativ wird der Weinjahrgang 2019 in allen Qualitätsstufen als „sehr gut“ eingestuft. Die Weißweine präsentieren sich ausgesprochen fruchtig, gut strukturiert mit einer animierenden Fruchtsäure und die noch jungen Rotweine bereits gut entwickelt, harmonisch und farbkräftig. red

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