14. Mai 2020

Singen gilt als potentieller Hotspot für eine Ansteckung mit dem Corona-Virus

„Pro Musica“-Chöre proben weiter nur online

„Daumen hoch“ für die Online-Proben mit Chorleiter Holger Pusinelli. Die Mitglieder von „Pro Musica" Schwalbach sind froh über das Angebot. Die Masken müssen die Sänger zu Hause glücklicherweise nicht während des Singens tragen. Foto: Pro Musica Schwalbach

Zahlreiche Lockerungen der Corona-Regelungen gab es zum vergangenen Wochenende. Nicht nur Geschäfte dürfen wieder öffnen, auch Sport im Verein ist unter Auflagen wieder möglich. Wann Chöre ihren regulären Probenbetrieb wieder aufnehmen können, steht allerdings noch in den Sternen. Denn das gemeinsame Singen in einem geschlossenen Raum scheint mehr Ansteckungsrisiko zu bieten, als andere Aktivitäten.

Viele Menschen längere Zeit in engem Kontakt auf begrenztem Raum: Das Risiko, andere Sänger beim Singen anzustecken ist offenbar groß. „In einem Chorleiterforum berichtete ein Kollege aus dem Norden Deutschlands, dass sich bei einer der letzten Proben vor dem Lockdown dreiviertel des Chores und auch der Chorleiter selbst mit dem Virus infiziert hätten“, berichtet „TonArt“-Chorleiter Holger Pusinelli.
Experten mahnen daher zur erhöhten Vorsicht und raten, auf das gemeinsame Singen in geschlossenen Räumen vorerst zu verzichten, zumal die oft älteren Mitglieder in Chören ohnehin zur Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören. Der gemischte Schwalbacher Chor „TonArt“ und auch das Frauenensemble „Li(e)dschatten“ unter der Leitung von Hanna Serr proben weiterhin nur online. Zwar nehmen nicht alle Sänger das Angebot wahr, aber rund die Hälfte der „TonArt“-Mitglieder finden sich einmal die Woche zum Online-Singen zusammen. Im Frauenensemble „Li(e)dschatten“ sind fast alle Sängerinnen regelmäßig mit dabei.
Das für Ende Juni geplante Konzert von „Pro Musica“ Schwalbach wird auf jeden Fall verschoben und ein neuer Termin wurde noch gar nicht diskutiert. „Zu viele Fragezeichen begleiten die Chorarbeit, die sich, wie viele andere Bereiche auch, im Eiltempo digitaliseren musste. Aber wir meistern die Situation, so gut es eben geht“, so Maria Albert-Damaschke, die Vorsitzende des Vereins. he

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