26. Mai 2020

Schwalbacher Spitzen

Abwarten und Hände waschen

Mathias Schlosser

von Mathias Schlosser

Eigentlich ist es ganz einfach: Ein Virus hat kaum eine Chance sich zu verbreiten, wenn die Menschen 1,50 Meter Abstand zueinander halten, wenn sie Masken tragen, falls der Abstand mal kleiner werden muss, und wenn sie sich regelmäßig und gründlich die Hände waschen.
Vor diesem Hintergrund braucht man eigentlich keine Hygienekonzepte, die so dick sind wie die Bibel. Es ist klar, dass wir im Supermarkt Mund und Nase bedecken müssen. Es ist klar, dass wir uns besser nicht umarmen und es ist klar, dass Schulen, Kitas und Betreuungseinrichtungen nicht zum Normalbetrieb zurückkehren können, so lange ein Virus unterwegs ist, gegen das es weder Impfung noch Therapie gibt.
Völlig unklar ist dagegen, was so manche Hygienemaßnahme soll. Virologen klopfen sich wahrscheinlich auf die Schenkel, wenn sie hören, dass in der Bundesliga jetzt die Bälle desinfiziert werden. Seit wann sich Viren in Haaren verstecken, weiß wahrscheinlich auch nur die Berufsgenossenschaft der Friseure, die jetzt zu jedem Haarschnitt eine Waschung befohlen hat. Und so manche der neuen Plexiglasscheiben hat sicher eher psychologische als virologische Effekte.
Noch unnötiger als die Auswüchse des neuen Hygienewahns sind aber bockige Wutbürger, die hinter jeder Sterilium-Flasche die ganz große Verschwörung wittern und zum Widerstand aufrufen. Gegen was eigentlich? Die meisten Beschränkungen sind doch ohnehin schon aufgehoben. Und die, die noch da sind, lassen sich mit ein wenig gutem Willen wirklich verkraften.
Besser ist es positiv zu denken und einmal daran zu glauben, dass weder die Regierenden noch das sogenannte einfach Volk so dumm sind, wie sie gerne dargestellt werden. Oder anders gesagt: Abwarten und Hände waschen.

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