5. Juni 2020

Verkehrsexperte erläuterte im Bauausschuss die Möglichkeiten eines „Bürgerbusses“

„Hier gibt es sehr viel Individualverkehr“

Die Firma „ioki“ hat in Bad Birnbach auch schon einen autonomen Bus projektiert, für den der künftige Bürgermeister Alexander Immisch im Wahlkampf noch belächelt wurde. Foto: ioki

Im Bürgermeisterwahlkampf war ein „Schwalbacher Bürgerbus“ ein beliebtes Thema. Man stritt um die Begrifflichkeiten oder machte sich über den ein oder anderen Vorschlag lustig. Dass aber eigentlich alle Fraktionen im Stadtparlament ein Interesse daran haben, das Mobilitätsangebot innerhalb Schwalbachs zu verbessern, zeigte sich am Mittwochabend im Ausschuss für Bau, Verkehr und Umwelt.

Da referierte nämlich Philipp Keus von der Firma „ioki“, welche grundsätzlichen Möglichkeiten für eine Stadt wie Schwalbach bestehen und die Ausschussmitglieder folgten seinem Vortrag mit großem Interesse und ganz ohne Wahlkampfgerassel.
„Ioki“ ist eine 100-prozentige Tochter der Deutschen Bahn und hat sich darauf spezialisiert, Software zur Steuerung von Nahverkehrsprojekten zu programmieren. Die Grünen hatten den Kontakt zu dem Unternehmen hergestellt. Außerdem hat die Fraktion bereits im Januar einen Antrag gestellt, dass in Schwalbach eine Mobilitätsanalyse und ein Konzept für einen Bürgerbus erstellt werden.
Eine solche aufwendige Analyse hielt Verkehrsexperte Keus bei der überschaubaren Größe von Schwalbach eher für unnötig. Man sehe eigentlich sofort, wo es Probleme gibt. „Wir haben hier sehr viel Individualverkehr, weil die Anbindung einiger Wohngebiete an die S-Bahn schlecht ist“, erklärte Philipp Keus. Das würde dazu führen, dass etliche Bürger zurzeit das Auto bevorzugen, wenn sie etwa in Richtung Frankfurt unterwegs sind oder auch nur zum Marktplatz wollen. Als mögliche Lösung skizzierte er die moderne Variante eines Ruf-Sammeltaxis, welches in erster Linie aber nicht per Telefon gerufen wird, sondern über eine App auf dem Smartphone und welches von einem Algorithmus stets auf der effizientesten Route durch Schwalbach geführt wird.
Philipp Keus erklärte, dass solche Lösungen nicht nur etwas für Großstädte sind, sondern dass auch für eine Stadt wie Schwalbach eine passgenaue Variante eines „Bürgerbusses“ ausgearbeitet werden könnte. Wie genau das aussieht, wer am Ende hinterm Steuer sitzt und wie hoch die Fahrpreise sind, das müsse detailliert geplant werden. Eines sei aber klar: Eine solches Angebot wäre niemals kostendeckend und müsste von der Stadt bezuschusst werden.
Die Stadtverordneten im Ausschuss stellten zahlreiche Fragen und wollen nun die vielen Informationen in den Fraktionen beraten. Der Antrag der Grünen wurde daher zunächst einmal zurückgestellt. MS

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