11. Juni 2020

Leserbriefe

„Dafür will ich mich nicht beleidigen lassen“

Zum Leserbrief „Reminiszenz zur Bürgermeisterwahl“ erreichten die Redaktion nachfolgende Leserbriefe von Katja Lindenau und Dr. Stephan Schmidt. Leserbriefe geben ausschließlich die Meinung ihrer Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor. Wenn auch Sie einen Leserbrief veröffentlichen möchten, senden Sie ihn unter Angabe Ihrer vollständigen Adresse und einer Rückruf-Telefonnummer (beides nicht zur Veröffentlichung) an info@schwalbacher-zeitung.de.

„Dafür will ich mich nicht beleidigen lassen“

Der Wahlkampf ums Bürgermeisteramt wurde von allen Kandidatinnen und Kandidaten als sachlich und fair beschrieben. Drei Monate danach frage ich mich: Reagiert man auf einen verspäteten Leserbrief dazu oder nicht?
Nun ist in diesen drei Monaten viel passiert und Corona hat die Welt verändert. Neben der Solidarität zu ihren Mitmenschen, zeigen Menschen öffentlich ihren Frust und Ärger. Verschwörungsmythen und falsche Informationen kommen im akademischen Gewand daher. Immer öfter werden wir mit Hass, Rassismus und Häme konfrontiert. Die Mitte der Gesellschaft sollte zeigen, dass sie das nicht duldet. Deshalb reagiere ich: Frau Dr. Hoffmann zitiert einen Plakattext falsch und denkt sich einen eigenen Wahlslogan aus. Danach ärgert sie sich über Niveaulosigkeit, verknüpft es mit ihrer persönlichen Wertung über meine Person und meinen Wahlkampf. Am Schluss verallgemeinert sie ihre Zeilen auf alle Schwalbacherinnen und Schwalbacher in einem öffentlichen Leserbrief. Dieses Vorgehen finde ich respektlos.
Für mich geht es in der Politik um Themen und um Veränderungen. Man kann nicht alle Personen mit seiner politischen Arbeit erreichen, aber alle Kommunalpolitikerinnen und -politiker haben eines gemeinsam: Sie setzen sich für einen Teil unserer Gesellschaft ein. Dafür muss man im politischen Wettbewerb sichtbar sein.
Meine Themenplakate mit dem Zusatz „nur mit mir“ waren ein Hinweis auf Alleinstellungsmerkmale in meinem Wahlprogramm und die signifikanten Unterschiede zu den anderen Bewerbern. Ein Blick genügte, um zu erkennen, dass ein breites Mobilitätskonzept, der Klimaschutz und eine neue Form der Fernwärmeversorgung sehr wichtige Ziele sind. Dass ich mich seit vielen Jahren für die beste Kinderbetreuung einsetze, daran gibt es keine Zweifel. Beleidigen lassen will ich mich dafür nicht. Und wenn die Schwalbacher Zeitung heute über den Bürgerbus oder über die Kastanien am Marktplatz berichtet, dann sind das Themen aus meinem Wahlprogramm, für die ich mich weiter einsetzen werde. Katja Lindenau, Schwalbach

 

„Gräben aufgerissen, die nie bestanden“

Es ist schon sehr bedrückend, traurig und entmutigend, wenn kommunalpolitisch engagierte Mitbürger, die sich um ein politisches Mandat bemühen, letztlich dafür nicht nur respektlos kritisiert, sondern auch ehrenrührig verunglimpft werden. Dies macht besonders betroffen, wenn es wie Frau Lindenau Mitbürger trifft, die sich bisher langjährig fair und respektvoll kommunalpolitisch engagiert haben.
Klar, nicht jedem müssen plakative Wahlkampfaussagen und die Wahlkampfgestaltung gefallen. Warum Frau Dr. Rita Hoffmann in ihrer „Reminiszenz“ sich dabei allein auf die Kandidatin Frau Lindenau bezieht, bleibt völlig unverständlich. Im zurückliegenden Wahlkampf war es doch geradezu wohltuend,  dass alle vier Bürgermeisterkandidaten sich fair um Wählerstimmen und Zustimmung bemühten, ihre Person und Positionen einbrachten, ohne die Mitkandidaten zu verunglimpfen.
Somit ist der Beitrag von Frau Dr. Hoffmann keine „gelungene Reminiszenz“, sondern er verletzt und reißt enttäuschend Gräben auf, die selbst während des Wahlkampfs nie bestanden. Herr Immisch ist nach einem von allen fair geführten Wahlkampf als Bürgermeister gewählt worden. Dafür herzlichen Glückwunsch, Unterstützung und die besten Wünschen für ein gutes Gelingen im neuen Amt. Dr. Stephan Schmidt, Schwalbach

 

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