24. Juni 2020

Leserbrief

„Stadt muss Präventionsarbeit leisten“

Zum Thema Fußballspielen auf dem Marktplatz erreichte die Redaktion nachfolgender Leserbrief von Alida Dethmers. Leserbriefe geben ausschließlich die Meinung ihrer Verfasser wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor. Wenn auch Sie einen Leserbrief veröffentlichen möchten, senden Sie ihn unter Angabe Ihrer vollständigen Adresse und einer Rückruf-Telefonnummer (beides nicht zur Veröffentlichung) an info@schwalbacher-zeitung.de .Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage wurde mein rechtes Knie in der Fußgängerzone „Unterer Marktplatz“, der als wilder Bolzplatz benutzt wird, durch Fußballtreffer erheblich und sehr schmerzhaft verletzt. Laut einem Rechtsanwalt haben die Fußgänger in einer Fußgängerzone die Hoheit. Und nicht die Fußballspieler und auch nicht die Radfahrer.
Ich bin keine Rassistin. Die Bolzplatz-Jungs sind ausländischer Herkunft. Genau wie die jungen Mädchen am „Oberen Marktplatz“. Diese kennen nicht einmal die Bedeutung der Schilder und missachten sie beim rücksichtslosen Radfahren durch die Fußgängerzone.
Meine Freunde weigern sich aus Angst mit mir im Limeszentrum essen zu gehen oder einzukaufen. Die Stadt soll und muss hier Präventionsarbeit leisten! Keine Provokationsarbeit! Ausländerfeindlichkeit muss vermieden werden. Gerade jetzt in Zeiten sogenannter „Überfremdungsängste“. Es gibt Kommentare, wie „Es war nie gemeint, dass die türkischen Gastarbeiter in Deutschland bleiben“. Die Türken sagen, sie hätten Deutschland wieder aufgebaut.
Ich komme eigentlich aus einer deutschen Familie, die vor Jahren nach Kalifornien ausgewandert ist. Als kleines Mädchen wurde ich als „Hitlereana“ gehänselt. Meinen deutschen Großvater wollten sie in ein Lager bringen. Schon am Anfang des zweiten Weltkrieges – nur, weil er Deutscher war. Durch sein korrektes und vernünftiges Verhalten hat er sich gerettet und wurde ein sehr beliebter amerikanischer Bürger.
Wir sollten nach dem Besten streben und die neuen Migranten bei ihrer Integrations-Arbeit fördern. Alida Dethmers, Schwalbach

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