3. September 2020

Die Buchtipps der Schwalbacher Zeitung

Lesestoff

Unter der Überschrift „Lesestoff“ stellen wir ihnen donnerstags Neuerscheinungen auf dem Büchermarkt vor. Heute erwarten sie der neue Roman von Clare Clark, eine Reise auf den Spuren von „Mumpitz“, „Firlefanz“ und „Wischiwaschi“, sowie traditionelle bayerische Rezepte in neuem Gewand.

„Im gleißenden Licht der Sonne“

In den turbulenten Zwischenkriegsjahren ist in Berlin nichts, wie es scheint. Die junge Kunststudentin Emmeline imitiert bekannte Künstlerporträts für Werbekampagnen und lässt sich auf riskante Bekanntschaften ein. Der Kunstkritiker Julius überschätzt sich gnadenlos selbst und tappt damit in die Falle. Und der jüdische Anwalt Frank versucht verzweifelt, seinen Prinzipien treu zu bleiben. Kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs flüchtet man sich im Kunstmilieu in Rausch und Übermut. Am weitesten geht der junge Kunsthändler Matthias, der einen Skandal auslöst und die Leben der anderen auf den Kopf stellt.

Inspiriert von einer wahren Begebenheit, als in den zwanziger Jahren viele gefälschte Gemälde von Vincent van Gogh in Umlauf gerieten, beschreibt der Roman die existenzielle Suche nach Wahrheit, an deren Ende Einbildung und Täuschung stehen.

Die 1967 in London geborene Autorin Clare Clark studierte Geschichte in Cambridge. Nach einem mehrjährigen Aufenthalt in den USA lebt sie wieder in London. Für ihren dritten, 2016 erschienenen Roman „Die französische Braut“ wurde sie, ebenso wie für ihr Debüt, für den Orange Prize nominiert.

Clare Clark: „Im gleißenden Licht der Sonne“
aus dem Englischen von Bernhard Jendricke und Christa Prummer-Lehmair
Atlantik Verlag, Hamburg 2020. 528 Seiten, 24 Euro.


„Der geheime Ursprung der Wörter“

Papperlapapp, Larifari, Kladderadatsch und Brimborium – liebenswert altmodische, teils lautmalerische, teils komische, aber immer prägnante Wörter, die in besonderer Weise unsere Gefühle und Wahrnehmungen transportieren. Doch woher stammen diese Begriffe?

„Der geheime Ursprung der Wörter“ lädt auf spielerische Art ein, selbst die Antwort auf diese Frage zu finden und die wahre Herkunft von fast, aber eben nur fast vergessenen Wörtern zu erraten. Leitet sich „Papperlapapp“ von „pappsatt“ ab oder ist es vielmehr eine Verballhornung des französischen Wortes papotage (Geschwätz)? Geht „Larifari“ auf eine Narrenfigur im venezianischen Karneval, die italienischen Tonbezeichnungen do, re, mi, fa, sol, la, ti oder das Fälschen eines nicht existenten Stammbaums (lat. lares facere) zurück? Und ist das Wort „Kauderwelsch“ aus dem Altenglischen ins Deutsche eingewandert oder stammt es aus dem Rätoromanischen?

Zu jedem Wort gibt es vier vermeintlich wissenschaftliche Antwortmöglichkeiten, von denen jedoch nur eine zutrifft – der Rest ist völliger Humbug! Den Lesern bleibt es überlassen, die eine richtige herauszufinden und sich dabei von jeder Erläuterung bestens unterhalten zu fühlen.

Andrea Schomburg und Irmela Schautz: „Der geheime Ursprung der Wörter“
DuMont Buchverlag, Köln 2020. 176 Seiten, 18 Euro.


„Die frische bayerische Landküche“

Sie lieben Kässpatzen im Wirtshaus oder Topfenknödeln auf der Alm? Holen Sie sich mit diesem bayerischen Kochbuch typisch bayerische Schmankerln nach Hause – und zwar in einer modernen & frischen Version. Hier gibt‘s traditionelle Spezialitäten mit ganz viel Heimatgefühl: 80 saisonal-regionale Gerichte mit allem, was die Natur hergibt – Gemüse, Fisch und Fleisch sowie lokale Superfoods, z.B. Brennnesseln, Himbeeren oder Buchweizen. Einfach guad!

Hinter „Die Hauswirtschafterei“ stehen Silvia, Bettina & Christine: Drei koch- und backbegeisterte Frauen vom bayerischen Land. Unter dem Motto „Alles frisch und neu macht die Hauswirtschafterei“ transportiert das kochfreudige Trio traditionelle bayerische Rezepte kreativ in die heutige Zeit.

Die Hauswirtschafterei: „Die frische bayerische Landküche“
DK Verlag, München 2020. 192 Seiten, 19,95 Euro.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.