4. September 2020

Corona-Zahlen im Kreis deutlich angestiegen

„Kein Anlass für Verschärfungen“

Die Zahl der Corona-Fälle im Main-Taunus-Kreis ist im Laufe der Woche deutlich angestiegen. Gestern überschritt der Kreis die Marke von 20 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Besondere Maßnahmen wollen Landrat Michael Cyriax (CDU) und Gesundheitsdezernentin Madlen Overdick (B90/Die Grünen) trotzdem nicht ergreifen.

Auch in Schwalbach ist die Zahl der positiv Getesteten gestiegen. Stand heute Nachmittag sind zurzeit nach Angaben des Gesundheitsamts in Schwalbach fünf Einwohner an Covid-19 erkrankt. Insgesamt hat es seit Beginn der Pandemie in Schwalbach 41 registrierte Fälle gegeben.

Kreisweit wurden in dieser Woche mehr Fälle festgestellt als in den Wochen zuvor. Aktuell sind jetzt 57 Kreisbewohner erkrankt. Außerdem gab es in dieser Woche das 16. Todesopfer. Als genesen gelten 551 Personen, so dass es bisher insgesamt 624 registrierte Fälle gab.

Erstmals seit langem ist die so genannte 7-Tage-Inzidenz in dieser Woche über den Wert von 20 gestiegen. Das heißt, je 100.000 Einwohner gab es innerhalb von sieben Tagen 20 Neuinfektionen. Nach dem Pandemieplan des Landes Hessen müssen die Landkreis ab einem Wert von 20 zusätzliche Maßnahmen ergreifen.

Der Main-Taunus-Kreis belässt es derzeit allerdings dabei, die Bürger zum Einhalten von Hygiene- und Abstandsgeboten aufzufordern. Wie Michael Cyriax und Madlen Overdick mitteilen, beobachtet das Gesundheitsamt die Entwicklung „intensiv“. Es gebe aber zumindest im Augenblick keine Grundlage für verschärfte Maßnahmen. „Wir handeln, wenn es nötig ist“, sagt Michael Cyriax.

Madlen Overdick hebt die Bedeutung von Hygiene- und Abstandsgeboten hervor: „Jeder kann damit einen Beitrag leisten, sich, andere und die Gesellschaft zu schützen“. Masken tragen, regelmäßiges Händewaschen und vor allem einen Abstand von mindestens 1,50 Meter zu halten seien wichtige Mittel zur Eindämmung von Covid-19. Im öffentlichen Raum dürften sich nicht mehr als zehn Personen versammeln – es sei denn, sie gehören zu einem oder zu zwei verschiedenen Hausständen. In Bus und Bahn, wo die Abstandsgebote nicht eingehalten werden könnten, sei das Maskentragen Pflicht.

Die Neuinfektionen in den vergangenen Wochen traten dem Kreis zufolge überwiegend bei Reiserückkehrern auf, aber auch bei MTK-internen Kontakten. Bei denen, die sich im Kreis angesteckt hätten, sei die Infektionsquelle in der Mehrzahl der Fälle in der eigenen Familie gewesen, wo keine Masken getragen und naturgemäß keine 1,50 Meter Abstand eingehalten würden. Bei der großen Mehrheit der Infizierten verlaufe die Krankheit milde.

Wie Michael Cyriax unterstreicht, gibt es bisher keinen speziellen Infektionsherd, auch nicht an den Schulen. In den vergangenen sieben Tagen seien insgesamt fünf Schüler erkrankt. „Angesichts von fast 30.000 Schülern im Kreis insgesamt ist das eine ziemlich geringe Zahl.“ red

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