29. September 2020

IG Fernwärme plant Informationsfahrt nach Bad Nauheim

„Verbrauch hat sich nicht verringert“

Die IG Fernwärme möchte prüfen, ob ein Erdwärmekollektor wie in Bad Nauheim auch für Häuser in Schwalbach eine Alternative sein könnte. Foto: Stadtwerke Bad Nauheim

Die Abrechnung für die vergangene Heizperiode, das Jahr 2019, hat laut der Interessengemeinschaft (IG) Fernwärme Schwalbach viel zu lange auf sich warten lassen. Erst jetzt liegen nach Angaben der IG in den meisten Haushalten die Abrechnungen vor.

Die IG Fernwärme bietet wie in den Vorjahren allen Fernwärmekunden in Schwalbach an, die Jahresrechnung zu überprüfen, um festzustellen, ob die verlangten Fernwärmetarife über dem Durchschnitt anderer Fernwärmeanbieter liegen.

Bei den Infoständen am oberen Marktplatz samstags können Fernwärmekunden jeweils von 10 bis 12 Uhr die Abrechnungen vorlegen. Die Auswertung erfolgt nach den Regeln des Datenschutzes und wird eine Einschätzung erlauben, ob sich die verlangten Preise noch im Rahmen des Üblichen bewegen. Zu hohe Preise hatten vor wenigen Jahren zu einem Kartellverfahren gegen den Betreiber des Schwalbacher Heizkraftwerkes geführt.

Gleichzeitig wagt die Interessengemeinschaft einen Blick in die Zukunft. „Es ist absehbar, dass auf der Grundlage der bisherigen Tarifgestaltung und mit der derzeitigen Technik die dringend notwendige Reduzierung des Energieverbrauchs nicht zu schaffen ist“, heißt es in einer Mitteilung der IG. In den vergangenen beiden Jahrzehnten habe sich der durch das Schwalbacher Fernwärmenetz verursachte Energieverbrauch „nicht nennenswert“ verringert.

Die Stadtwerke Bad Nauheim haben laut der IG Fernwärme Schwalbach in einem Modellprojekt 400 Neubauwohnungen mit dem Anschluss an ein „kaltes Nahwärmenetz“ ausgestattet. Dort werde durch den mit 22.000 Quadratmeter bundesweit größten Erdkollektor für „kalte Nahwärme“ dem Erdreich Wärme aus einer Tiefe von eineinhalb bis drei Metern entzogen und über das Nahwärmenetz zu den einzelnen Gebäuden transportiert. Die über das Jahr annähernd gleichbleibende Wärme von etwa zehn Grad Celsius werde in den Neubauten durch Wärmepumpen auf die für die Heizung erforderliche Temperatur erhöht.

Inwieweit diese Technik auf das in Schwalbach eingerichtete Netz übertragbar ist, wie effizient die Technik arbeitet und was eine Umrüstung für den einzelnen Fernwärmekunden bedeuten würde, sollte laut Interessengemeinschaft geprüft und bewertet werden. Die IG Fernwärme organisiert eine Informationsfahrt zu dem Projekt der Bad Nauheimer Stadtwerke. Interessenten können sich direkt am Infostand samstags von 10 bis 12 Uhr anmelden oder unter der Telefonnummer 06196/82262. red

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