11. August 2021

Die Kinotipps der Schwalbacher Zeitung

Neu im Kino

An dieser Stelle geben wir Ihnen jeden Mittwoch Tipps aus dem aktuellen Kinoprogramm.

 

Tom und Jerry

„Tom & Jerry“ von Regisseur Tim Story entfacht eine der herzlichsten Feindschaften der Filmgeschichte aufs Neue. Jerry zieht darin in das vornehmste Hotel New Yorks ein – und zwar ausgerechnet einen Tag bevor dort die prächtigste Hochzeit des Jahrhunderts stattfinden soll. Der verzweifelten Hochzeitsplanerin bleibt nichts anderes übrig, als Tom zu engagieren, um den ungebetenen Gast loszuwerden. Dem anschließenden Katz-und-Maus-Spiel droht ihre Karriere, die Hochzeit und möglicherweise das Hotel selbst zum Opfer zu fallen. Doch schon bald taucht ein noch größeres Problem auf: ein teuflisch ehrgeiziger Mitarbeiter, der sich gegen alle drei verschwört.

Tom und Jerrys neues Abenteuer auf der großen Leinwand ist eine atemberaubende Mischung aus klassischem Animations- und Realfilm. Die beliebten Charaktere gehen darin völlig neue Wege und sind gezwungen, das Undenkbare zu tun – sie müssen ihre Feindschaft begraben und zusammenarbeiten, um die missliche Lage zu bereinigen.

Tom und Jerry
Länge: 101 Minuten
FSK: ab 0

 

Nahschuss

Der junge Franz Walter (Lars Eidinger) hat gerade an der Humboldt-Universität promoviert, als er ein attraktives Angebot vom Auslandsnachrichtendienst der DDR erhält. Geblendet von den vielen Vorzügen, die der neue Job mit sich bringt, nimmt Franz das Angebot an. Gemeinsam mit seiner Freundin Corina (Luise Heyer) genießt er zunächst das neue Leben. In seinem Vorgesetzten Dirk (Devid Striesow) findet Franz einen ihm wohlgesinnten Mentor, der ihm während der gemeinsamen Auslandseinsätze in der BRD mit Rat und Tat zur Seite steht. Zunächst scheinen Franz‘ Missionen lediglich dem Informationsbedarf der DDR zu dienen, doch dieser wird bald größer und monströser. Als Franz bei seinen Arbeitsaufträgen plötzlich zu Mitteln greifen muss, die er nicht länger mit seinem Gewissen vereinbaren kann, entschließt er sich auszusteigen – doch der Geheimdienst will ihn nicht gehen lassen. Bald ist Franz bereit alle Grenzen zu überschreiten – und Alles zu riskieren. Franz‘ Überlebenskampf gegen ein erbarmungsloses System beginnt.

Mit Nahschuss gelingt Filmemacherin und Fotokünstlerin Franziska Stünkel ein eindringlicher Film über die Todesstrafe in der DDR. Angelehnt an das Leben des Dr. Werner Teske, der 1981 als letzter Mensch in der DDR zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde, erzählt sie die bestürzende Geschichte eines Mannes, der in die Mühlen eines Unrechtssystems gerät und daran zerbricht. Zu großen Teilen an Originalschauplätzen gedreht, inszeniert Stünkel mutig und radikal: Durch große Ruhe erzeugt sie eine Intensität und emotionale Dichte, die einem den Atem raubt. Dem Film gelingt es, Licht in ein wichtiges Stück deutscher Geschichte zu bringen, das national wie international kaum bekannt ist.

Nahschuss
Länge: 116 Minuten
FSK: ab 12

 

New Order – Die neue Weltordnung

Michel Francos dystopischer Sozialthriller „New Order“ wurde 2020 mit dem Grossen Silbernen Löwen der Jury und dem Leoncino d’Oro der Jugendjury der Filmfestspiele von Venedig ausgezeichnet.

In diesem fesselnden und spannenden Thriller in der nahen Zukunft in Mexiko-Stadt versinkt eine verschwenderische Hochzeit der Oberschicht während eines unerwarteten Aufstands der Unterschicht im Chaos, welcher in der Folge einem gewaltsamen Staatsstreich und dem Zerfall von Recht und Ordnung weicht.

In seiner Genauigkeit und Rigorosität erinnert Francos Film hier an „Parasite“. Auch wenn seine spezielle Dystopie stark auf die lateinamerikanische Gesellschaft ausgerichtet ist – ganz so wie „Parasite“ es auf die koreanische war – so ist die Universalität dieser Themen doch überall zu finden.

New Order – Die neue Weltordnung
Länge: 88 Minuten
FSK: ab 16

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