19. August 2021

Die Buchtipps der Schwalbacher Zeitung

Lesestoff

Colin Niels preisgekrönter Roman „Nur die Tiere“ gibt Einblick in prekäre soziale Milieus und erzählt von der verzweifelten Suche nach Liebe. In Luca Venturas zweitem Capri-Krimi „Bittersüße Zitronen“ blicken ein junger Polizist und seine tatkräftige Kollegin in einen Abgrund von fatalen Liebschaften und Familienfehden. Zwei Frauen, ein Killer und zu viele Geheimnisse sind die Zutaten zu Jessica Barrys Thriller „Nachtflucht – Hinter dir der Tod“.

 

„Nur die Tiere“

Évelyne Ducat verschwindet eines Tages spurlos, und das Städtchen im französischen Zentralmassiv rätselt. Es kursieren Gerüchte und Beobachtungen. Doch nicht alles wird der Polizei preisgegeben, denn hier in der abgeschiedenen Bergwelt hüten die Menschen ihre Geheimnisse.

Die Sozialarbeiterin Alice hat ein Geheimnis mit ihrem Klienten Joseph, dem einsamen Schafzüchter. Und der verhält sich nach dem Verschwinden der Frau merkwürdig. Und in welcher Beziehung stand die Verschwundene zu der jungen Maribé, die eines Tages im Städtchen auftauchte und alle Blicke auf sich zog? Mit jedem Kapitel erhält eine andere Person das Wort, und ein neues Geheimnis, ein neuer Verdacht taucht auf, bis sich das Puzzle um Évelyne Ducats Verschwinden zusammenfügt.

Colin Niel, geboren 1976 in Clamart, ist eine der grossen Stimmen des französischen Roman noir. Nach einem Studium der Evolutionsbiologie und Ökologie arbeitete er zunächst als Agrar- und Forstingenieur im Bereich Biodiversität, u.a. mehrere Jahre in Französisch-Guayana. Mit einer vierteiligen guayanischen Serie, die vielfach ausgezeichnet wurde, gelang ihm der Durchbruch als Autor. 2017 erhielt er für „Seules les bêtes“ u.a. den Prix Landerneau Polar und den Prix Polar en séries. Der Roman wurde von Dominik Moll fürs Kino verfilmt. Heute lebt Colin Niel als Schriftsteller in Marseille.

Colin Niel: „Nur die Tiere“
Übersetzt von Anne Thomas
Lenos Verlag, 2021. 286 Seiten, 16 Euro.

 

„Bittersüße Zitronen“

Auf der schönsten Insel der Welt reifen die Zitronen für den berühmten Limoncello von Capri. Doch plötzlich liefert die Familie Constantini nicht mehr, sie will auf Bio-Früchte umstellen und diese mit Crowdfarming vertreiben.

Als Elisa Constantini bei einem mysteriösen Unfall auf den Serpentinen Capris stirbt, leiten der junge Polizist Enrico Rizzi und seine tatkräftige Kollegin Antonia Cirillo Ermittlungen ein und blicken in einen Abgrund von fatalen Liebschaften und Familienfehden.

Luca Ventura ist ein Pseudonym. Der Autor lebt die meiste Zeit des Jahres am Golf von Neapel, wo er den zweiten Fall der Capri-Serie um den Inselpolizisten Enrico Rizzi und dessen norditalienische Kollegin Antonia Cirillo schrieb.

Luca Ventura: „Bittersüße Zitronen“
Übersetzt von Miriam Mandelkow
Diogenes Verlag, 2021. 320 Seiten, 16 Euro.

 

„Nachtflucht – Hinter dir der Tod“

Eine nächtliche Fahrt durch die Wüste von New Mexico. Zwei Frauen in einem Auto, die sich nie zuvor begegnet sind. Beide haben Geheimnisse, die sie um jeden Preis bewahren wollen. Doch jetzt haben sie ein gemeinsames Ziel. Und einen gemeinsamen Verfolger.

Denn jemand beobachtet sie. Jemand will sie töten. Aber welche der beiden hat der mysteriöse Unbekannte im Visier? Für die Frauen ist nur eines sicher: Wenn sie überleben wollen, müssen sie einander vertrauen.

Jessica Barry wuchs in einer Kleinstadt in Massachusetts auf und studierte an der Boston University und am University College London Englisch und Kunstgeschichte. Heute ist sie in der Verlagsbranche tätig und lebt mit Ehemann und zwei Katzen in London.

Jessica Barry: „Nachtflucht – Hinter dir der Tod“
Übersetzt von Susanne Goga-Klinkenberg
dtv premium Verlag, 2021. 336 Seiten, 15,90 Euro.

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