31. August 2021

Knapp 100 Sirenenstandorte im Main-Taunus-Kreis

Heulton für die Sicherheit

Im Main-Taunus-Kreis wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche neue Sirenen montiert. Archivfoto: MTK

Der Main-Taunus-Kreis sieht sich mit der Ankündigung einer Bundesförderung für Sirenen in seiner eigenen Strategie der vergangenen Jahre bestätigt. Wie Landrat Michael Cyriax mitteilt, haben die Kommunen im Kreis ihr Sirenennetz immer weiter ausgebaut, und der MTK habe sie dabei bereits mit einem eigenen Förderprogramm unterstützt.

„Die Hochwasserkatastrophe an der Ahr hat das Thema Bevölkerungswarnung wieder in den Vordergrund gerückt, aber wir sehen hier schon seit Jahren ein ganz wichtiges Element der Sicherheit“, fasst Michael Cyriax zusammen. Das könne aber nur funktionieren, wenn die Bürgerinnen und Bürger die Signale auch kennen.

Nach jüngsten Ankündigungen will der Bund die Modernisierung des Sirenennetzes mit elektronischen Sirenen und digitaler Steuerung fördern. Michael Cyriax zufolge schießt der Kreis bereits seit Jahren den Kommunen Geld für neue Sirenen und die Digitalisierung zu. Die Kommunen sind für die Aufstellung der Anlagen zuständig. Derzeit gibt es Sirenen an knapp 100 Standorten im Kreis. Ausgelöst werden sie von den Städten und Gemeinden. Nur im Katastrophenfall übernimmt diese Aufgabe zentral der Main-Taunus-Kreis.

Wie Cyriax erläutert, seien nach Ende des kalten Krieges in Deutschland vielerorts Sirenen abgebaut worden, weil sie für überflüssig gehalten worden sind. Der Main-Taunus-Kreis aber habe deren Sinn nie angezweifelt und deshalb auch keine Anlagen abgebaut.

Leider würden aber viele Menschen die unterschiedlichen Signale nicht mehr kennen. Wie das Amt für Brandschutz und Rettungswesen erläutert, gibt es zwei Töne mit unterschiedlicher Bedeutung. Mit einem einminütigen Dauerton, der zweimal unterbrochen wird, werden die Einsatzkräfte alarmiert. Außerdem sollen die Bürger auf Privat-Pkw mit Einsatzkräften achten, die schnell unterwegs zum Feuerwehrhaus sind, und ihnen Vorfahrt gewähren.

Mit einem einminütigen Heulton, der an- und abschwillt, erhalten die Bürger verschiedene Verhaltensanweisungen: Sie sollen in geschlossene Räume gehen, schutzlose Passanten aufnehmen und Kinder nicht aus Schule oder Kindergarten abholen. Außerdem sollten sie Klimaanlagen und Belüftungen ausschalten, nicht rauchen und keine Funken verursachen. Schließlich ist geboten, Radio und Fernsehen einzuschalten und Nachrichten in den „Sozialen Medien“ zu verfolgen. Telefoniert werden sollte nur im Notfall, um die Netze zu entlasten. mtk

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