13. April 2015

In zehn Jahren wurden zehn Millionen Euro verbaut

Gefahr bei Starkregen ist gebannt

Am vergangenen Donnerstag wurde die Schlussdecke asphaltiert und seit Freitag ist die Straße „Am Flachsacker“ wieder für den Verkehr frei. Die Arbeiten zum Austausch des letzten noch nicht sanierten Stückchens Kanal in Schwalbach sind damit pünktlich fertig geworden. Jetzt sind nach Angaben der Stadt alle Abwasserrohre auf dem neuesten Stand.

„Dieses Vorhaben war für uns nicht nur eine gewöhnliche Baustelle. Es bildete den Abschluss einer Reihe von Maßnahmen, die im vergangenen Jahrzehnt durchgeführt worden sind, und lässt uns nun hoffen, dass Bäche, die über die Ufer treten, und Keller, die volllaufen, der Vergangenheit angehören“, sagte Bürgermeisterin Christiane Augsburger.
Die Kanalisation Schwalbachs stand vor rund zehn Jahren im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Denn an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet wurden sowohl die Gewässer als auch die Kanäle von Starkregenereignissen überflutet. Der Waldbach und auch der Sauerbornsbach standen bis zu den Ufern voll mit Wasser und der Waldbach trat in Höhe der Turnhalle Jahnstraße sogar über die Ufer. Schnell stellte sich die Frage, wie dies vermieden werden kann.
Nachdem alle Schäden beseitigt waren, wurde der Hochwasserschutz zum Thema. Infolge der Diskussionen wurde zum Beispiel in der Hardtbergstraße eine neue Bachverrohrung gebaut. Der Waldbach kann so heute auf kurzen Abschnitten in einem offenen Gerinne bewundert werden. Im weiteren Gewässerlauf wurden vom Abwasserverband Main Taunus Hindernisse beseitigt und Bäume zurückgeschnitten, wie in der Kleingartenanlage Rohrwiese zu sehen ist. Dem Wasser wird dadurch wieder mehr Platz gegeben, so dass es besser abfließen kann und weniger zurückstaut.
Ein zweiter Part war die Betrachtung und die Bewertung der Kanalisation, die in Schwalbach Mischwasser aus Regenwasser und Schmutzwasser ableitet. In Abhängigkeit von der Stärke der Regenfälle steigt der Wasserspiegel in der Kanalisation gewaltig an. Erst in sogenannten Regenüberläufen kann der Kanal entlastet werden. Diese befinden sich in Höhe der Pfingstbrunnenstraße mit Überlauf in den Waldbach und im Wiesenweg mit Überlauf in den Sauerbornsbach.
Im weiteren Verlauf der Kanalisation Richtung Sulzbach befinden sich zwei große Regenrückhaltebecken des Abwasserverbandes, zum einen hinter den Tennisplätzen „Am Erlenborn“ als unterirdisches Bauwerk zum anderen hinter der Kleintierzuchtanlage offen sichtbar. In den Regenüberlaufbecken wird Mischwasser zurückgehalten und zeitverzögert wieder der Kanalisation zugeführt. Bei erhöhten Regenmengen wird das überschüssige Wasser in den Schwalbach abgeleitet.
Darüber hinaus stand aber auch das Fassungsvolumen in der Kanalisation zur Diskussion. Verschiedene Gutachten stellten einen Verbesserungsbedarf an 16 verschiedenen Stellen fest. Diese Maßnahmen zur Verbesserung kamen nun mit dem letzten Ausbau in der Straße „Am Flachsacker“ zum Abschluss. Die Wasserversorgung Main Taunus hat nach Fertigstellung des letzten Abschnittes innerhalb von zehn Jahren ungefähr zehn Millionen Euro in die Kanalisation investiert.
„Am Flachsacker“ wurden an einem Engpass noch rund 35 Meter Kanal ausgetauscht. Das Mischwasser wird hier in den Kanalsammler abgeleitet, der zu dem in der Nähe liegenden Regenüberlaufbecken führt. Die Stadt ließ außerdem auf dem letzten Fahrbahnabschnitt eine neue Asphaltschicht auftragen. red

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