19. Mai 2016

Schwalbacher Gärtner soll Serienmörder gewesen sein

„Weitere Tötungsdelikte wahrscheinlich“

Das LKA hält den verstorbenen Schwalbacher Manfred Seel für einen Serienmörder und sucht nun nach Zeugen und Mittätern. Repro: LKA

Das Landeskriminalamt hält den Schwalbacher Manfred Seel, der 2014 im Alter von 67 Jahren verstorben ist, für einen sadistischen Serienmörder. Das hat die Ermittlungsbehörde heute bekannt gegeben. Der Gärtner und Jazzmusiker, in dessen Garage nach seinem Tod im September 2014 zwei Fässer mit Leichenteilen gefunden worden waren, wird mit mindestens fünf Morden an Prostituierten seit 1971 in Verbindung gebracht. Das LKA schließt außerdem nicht aus, dass er an weiteren Tötungsdelikten beteiligt war, unter anderem am Mord an Tristan Brübach.

Handfeste Beweise wie Fingerabdrücke oder DNS-Spuren hat das LKA allerdings nicht. Die Vermutungen beruhen einzig darauf, dass es bei verschiedenen, bisher ungelösten Fällen Parallelen zur Leiche gibt, die vor knapp zwei Jahren in der Nordstraße gefunden worden ist.
In einer Pressemitteilung des LKA heißt es: „Nach Auswertung dieser Tat besteht aufgrund der grausamen Vorgehensweise eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass dieser Tat Tötungsdelikte vorausgegangen sind.“ Aus diesem Grund hat das LKA jetzt die Öffentlichkeit eingeschaltet „mit dem Ziel, diese und gegebenenfalls noch weitere ungelöste Tötungsdelikte aufzuklären“, wie es aus Wiesbaden heißt.
Das LKA sucht jetzt nach Kontaktpersonen von Manfred Seel, insbesondere aus Wehrdienst- oder Bundeswehrzeiten, während der Ausbildungszeit oder Berufstätigkeit. Ferner werden Zeugen gesucht, die ihn im Rahmen eines Studiums sowie bei einem Aufenthalt in der Entzugsklinik „Sonnenberg“ in Erbach/Odenwald kennen gelernt haben. Die Original-Pressemitteilung des LKA mit allen Fragen an die Öffentlichkeit finden Sie hier.
Die Pressekonferenz hat gestern und heute für erheblichen Medienrummel gesorgt. Gleich mehrere Fernsehteams und zahlreiche Fotografen wurden in Schwalbach gesehen. Die Bild-Zeitung schreibt Manfred Seel bereits 14 Morde zu und Focus Online enthüllt, dass in der Garage des Gärtners „Sägen und Äxte gefunden worden sind.

Fall Tristan

Wenig Neues gibt es im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Serienmörder im Fall Tristan Brübach. Der war im März 1998 in Höchst bestialisch ermordet worden. Das LKA erklärte, dass es auch in diesem Fall Parallelen in der Tatausübung gebe. Der unbekannte Fingerabdruck, der vor Jahren zu einer Massenuntersuchung von mehreren tausend Männern im Frankfurter Westen geführt hat, konnte Manfred Seel aber offenbar nicht zugeordnet werden. MS

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