23. Januar 2017

Das Schwalbacher Reparaturcafé wird gut angenommen

Reparieren statt wegwerfen

Nach zweieinhalb Stunden Tüftelarbeit lief diese alte Nähmaschine wieder. Foto: privat

Fast 200 Geräte wurden im Schwalbacher Reparaturcafé im ersten Jahr seines Bestehens repariert – die Hälfte davon erfolgreich.

An den zwölf Terminen, die bisher stattgefunden haben, wurden den ehrenamtlichen Helfern genau 191 Geräte gebracht, meistens Elektrokleingeräte. Auf den Reparaturtisch kamen Föns, Bügeleisen, Lockenwickler, Eieruhren, Staubsauger, Küchenmaschinen, ja sogar eine Benzin-Kettensäge und ein Schwippbogen aus dem Erzgebirge. Aber auch Fahrräder und Spielsachen wurden jeweils am ersten Samstag im Monat ins „Café Blaupause“ am Marktplatz 13 gebracht. „Das Reparaturcafé wird gut angenommen“ sagt Joachim Eckhardt, Vorsitzender der Aktivhilfe und einer der Initiatoren. Zusammen mit dem Arbeitskreis WitechWi hatte die Aktivhilfe das Reparaturcafé vor einem Jahr ins Leben gerufen. Nach dem Motto „Reparieren statt wegwerfen“ soll damit ein Beitrag zur Nachhaltigkeit geleistet werden.
So einfach ist das aber nicht immer. „Viele Geräte können heute gar nicht mehr zerstörungsfrei geöffnet werden“, berichtet Joachim Eckhardt. „Die sind nicht zum Reparieren gedacht.“ Daher gelingt es den zwölf Reparateuren auch nur in etwa der Hälfte der Fälle, den alten Geräten neues Leben einzuhauchen, auch wenn sie ihr ganzes Know-How und viel Herzblut investieren.
Häufig gibt es aber auch Erfolgserlebnisse: So gelang es den Reparateuren nach zweieinhalb Stunden Geduldsarbeit, eine alte Nähmaschine aus den 60er-Jahren wieder zum Laufen zu bringen. Auch der indische Besitzer eines elektrischen Heiligenbildes war überglücklich, als sich alles wieder drehte und leuchtete.
Für die meisten „Kunden“ des Reparaturcafés ist es daher selbstverständlich einen kleinen Obolus in die Kasse zu werfen – auch dann, wenn eine Reparatur nicht möglich war. Mit dem Geld lud das Reparaturcafé am vergangenen Donnerstag seine Helfer zu einem Dankeschön-Essen ein. Joachim Eckhardt dankte dabei aber auch der Stadt Schwalbach, die der Einrichtung das „Café Blaupause“ kostenlos zur Verfügung stellt.
In diesem Jahr soll die Arbeit fortgesetzt werden. Das Reparaturcafé öffnet auch 2017 wie gewohnt an jedem ersten Samstag im Monat von 10 bis 13 Uhr seine Türen. MS

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