25. Januar 2017

Magistrat holt eine gescheiterte Idee aus dem Jahr 2009 aus der Schublade

Neues Wohngebiet „Am Flachsacker“?

Wo jetzt noch Kleingärten sind, könnten schon in wenigen Jahren bis zu vierstöckige Mehrfamilienhäuser stehen. Foto: Schlosser

Auf der heute noch unbebauten Seite der Straße „Am Flachsacker“ soll ein Neubaugebiet entstehen. Das hat der Magistrat Mitte Januar beschlossen. Für ein Gewerbegebiet sieht der Magistrat an dieser Stelle „keinen Bedarf“ mehr.

Bisher ist das Areal, auf dem sich zurzeit hauptsächlich Kleingärten befinden, als Gewerbegebiet ausgewiesen. Im Jahr 2000 wurde das Gelände, das aus rund 20 einzelnen Grundstücken besteht, als solches vorgesehen, damit vor allem kleinere Schwalbacher Betriebe aus dem Ortskern die Möglichkeit haben, am Rande der Stadt neue Standorte zu finden.
Angesiedelt hat sich dort bis heute allerdings kein einziger Betrieb. Daher geht der Magistrat davon aus, dass es keinen Bedarf mehr für ein Gewerbegebiet an dieser Stelle gibt und will das Areal in ein Wohngebiet umwandeln. Die Stadtverordneten müssten dazu beschließen, einen neuen Bebauungsplan für ein Wohngebiet aufzustellen, die Änderung des übergeordneten Flächennutzungsplans beantragen und eine Baulandumlegung auf den Weg bringen, damit die bisher vielen kleinen Grundstücke geordnet werden können.
Es ist nicht der erste Versuch, an dieser Stelle Wohnraum zu schaffen. Im Sommer 2009 überraschte Bürgermeisterin Christiane Augsburger (SPD) die Stadtverordneten mit dem Bebauungsplanentwurfs des Frankfurter Investors GWH, der dort 70 Reihenhäuser bauen wollte. Doch stieß sie auf den Widerstand der damaligen Koalition aus CDU und Grünen, der FDP, der UL sowie auf Vorbehalte des Gewerbevereins, der die Reserveflächen für die Gewerbebetriebe erhalten wollten. Das Projekt war nach wenigen Wochen wieder vom Tisch.
Nun ist es wiederum die GWH, die das Gelände bebauen möchte. Ob es sich um die gleichen Pläne wie vor neun Jahren handelt, ist noch nicht bekannt. Die Stadt will die GWH aber verpflichten, dem Magistrat „Belegungsrechte für bezahlbaren Wohnraum“ einzuräumen. Christiane Augsburger schreibt in ihrer Vorlage außerdem, dass es eine „frühzeitige Bürgerbeteiligung im Rahmen der nach der Hauptsatzung üblichen Bekanntmachung“ geben soll. Darüber hinaus hat sie eine Bürgerversammlung zu dem Thema angekündigt.
Grundsätzlich plant der Magistrat, einen sogenannten „Bebauungsplan der Innenentwicklung“ aufzustellen, obwohl das Gelände „Am Flachsacker“ am Ortsrand liegt. Dadurch sei ein beschleunigtes Verfahren ohne Umweltprüfung möglich. MS

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