2. Mai 2017

Matthias Kneip und Steffen Möller begeisterten bei ihren Auftritten in Schwalbach

Ansteckende Liebe zu Polen

Ein hochprofessionelles Stand-Up-Comedy-Programm mit vielen Improvisationen lieferte Steffen Möller im Bürgerhaus ab. Foto: Schlosser

Gleich zwei Mal stand Polen in der vergangenen Woche im Mittelpunkt von gut besuchten Veranstaltungen in Schwalbach. Im Rahmen des diesjährigen Polnischen Kaleidoskops traten am Donnerstag der Autor Matthias Kneip und am Freitag der Stand-Up-Comedian Steffen Möller auf. Bericht mit Video

Letzterer ist zwar in Deutschland kaum bekannt, in Polen aber der wohl bekannteste Deutsche. Dort ist „Steffek“ eine feste Größe im Fernsehen und auf den Bühnen des Landes, darf er sich doch als Pole mit Migrationshintergrund ungestraft sowohl über Deutsche als auch über Polen lustig machen.
Genauso gut funktioniert aber auch sein Programm für deutsche Bühnen, auf denen der Wuppertaler detailgenau und pointiert erzählt, was er seit nunmehr 23 Jahren in Polen so alles erlebt hat. Im Bürgerhaus gab er auch reichlich Tipps im Umgang mit den Bewohnern des Nachbarlandes und versuchte den Schwalbachern in einem Schnellkurs, Polnisch beizubringen.

Erstaunlich war sein Fazit nach mehr als zwei Stunden, in denen sich eine Pointe an die andere reihte: Deutsche und Polen sind sich viel ähnlicher als sie es selbst wissen. Den Beweis fand Steffen Möller in einem Schrebergarten in Warschau: „Grillen und grollen wie in Wuppertal“, sagte er.
Trotz des satirischen Bisses war dem „Exil-Deutschen“ die Liebe zu seiner neuen Heimat in jedem Satz anzumerken. Das gilt auch für den Autor Matthias Kneip, der darüber gleich ein ganzes Buch geschrieben hat. Am vergangenen Donnerstag stellte er „111 Gründe, Polen zu lieben“ in der Stadtbücherei vor.
Das Buch ist eine Reise zu dem Leben der Polen, ihrer Sprache, ihren Gebräuchen, ihrem Alltag, ihrer Kultur, ihrer Geschichte, ihrer Tradition und ihren – manchmal – auch skurrilen Besonderheiten. Grund Nummer 61 lautet zum Beispiel „weil eine 36 Meter hohe Jesusstatue keine Baugenehmigung braucht“ oder Grund Nummer 64 ist „weil jeder fünfte Storch ein Pole ist, aber dann doch nicht zum polnischen Wappentier avancierte“.

Matthias Kneip las am vergangenen Donnerstag aus seinem Buch „111 Gründe, Polen zu lieben“. Foto: Pabst

Kurzweilig erzählte Matthias Kneip, der in Regensburg geboren ist, in der Stadtbücherei seine Geschichten. Diese zeigen nicht nur, dass er Polen – das Land seiner Großeltern und Eltern – mittlerweile nicht nur sehr gut kennt, sondern auch liebt. Und diese Liebe ist ansteckend. Matthias Kneip hat den Zuhörern jedenfalls Lust gemacht, einmal nach Polen zu fahren oder Polen erneut zu besuchen.
Günter Pabst vom Arbeitskreis Olkusz dankte dem Autor und versprach den Zuhörern, dass der Autor auch mit seinem nächsten Buch, das sich mit Westpolen beschäftigen wird, zum Polnischen Kaleidoskop nach Schwalbach eingeladen wird. red/MS

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