30. Juni 2017

In Schwalbach viele Feuerwehr-Einsätze durch Wespen in Rollladenkästen

„Wespen sind eigentlich harmlos“

In diesem Jahr wurden in Schwalbach schon in zahlreichen Rollladenkästen Wespennestern gefunden. Foto: Aktion Wespenschutz

In den vergangenen beiden Wochen rückte die Schwalbacher Feuerwehr mehr als zehnmal aus, um Wespennester zu prüfen. In einigen Fällen mussten diese auch beseitigt werden, da sie eine Gefahr für die Hausbewohner darstellten. Doch meistens sind sie völlig harmlos.

In diesem Jahr haben es die Tiere nach Angeben des städtischen Umweltschutzbeauftragten Burghard Haueisen besonders auf Rollladenkästen abgesehen, da diese geschützte und warme Orte sind. Wird es den Wespen jedoch zu heiß, schwärmen sie aus und begeben sich auf die Suche nach Wasser. Bis zu diesem Zeitpunkt merken die meisten Menschen nicht, dass sich heimliche Untermieter bei ihnen eingenistet haben, jetzt aber fallen ihnen die Insekten auf. Oft bricht Panik aus. Aber ist das wirklich nötig? Burghard Haueisen sagt „Nein“. Wespen seien empfindliche Tiere, die den Menschen eigentlich nichts Böses wollen. Fühlen sie sich jedoch angegriffen oder beeinträchtigt, kann es zum Stich kommen.
Wenn man vorbeugen möchte, dass Wespen im Rollladenkasten ein Nest errichten, kann man an den kritischen Stellen im Frühjahr Ammoniak oder Essig versprühen. Falls es schon zu spät sein sollte und man bemerkt, dass die Wespen in einem Nest in unmittelbarer Nähe hausen, heißt es: Ruhe bewahren!
Meistens können Wespen und Menschen ohne Probleme Nachbarn sein und es kommt nur selten zu Angriffen. Falls die Behausung der Tiere an einer kritischen Stelle gefunden wird, beispielsweise nahe der Terrassentüren oder an Orten, die oft erschüttert werden, empfiehlt es sich, die örtliche Feuerwehr (Telefon 82210) oder Burghard Haueisen selbst unter der Telefonnummer 804-175 zu kontaktieren, um sich Rat zu holen.
Gemeinsam beurteilen Burghard Haueisen und ein speziell geschulter Feuerwehrmann, ob die Situation heikel ist und das Nest entfernt werden muss oder ob es an Ort und Stelle bleiben kann. Auf keinen Fall sollten Anwohner selbstständig eingreifen, das Nest berühren oder gar schütteln, da die Wespen so aufgescheucht werden und zum Angriff neigen. Auch das Anpusten der Wespen und hektische Bewegungen können die Insekten als störend empfinden. Da Wespen sehr empfindlich auf Erschütterungen reagieren, sollte man auch darauf achten, dass das Nest der Tiere an einem stabilen Ort hängt.
Sollte es zum Stich kommen, gibt es ein altes Hausmittel: „Ganz einfach“, sagt der Umweltschutzbeauftragte. „Eine Zwiebel durchschneiden und die Hälfte lange auf den Stich drücken, sodass möglichst viel Saft an die Verletzung gerät.“ Auf diese Weise schwillt der Stich ab und der Schmerz wird gelindert. Wird eine allergische Reaktion anhand von Schwindel, Herzrasen, Übelkeit, Erbrechen oder einer vergrößerten Schwellung vermutet, empfiehlt es sich, umgehend einen Arzt zu verständigen oder sich in ein Krankenhaus zu begeben.
Da Wespen sehr intelligent sind, stellt es auch kein Problem dar, wenn sie sich ins Haus verirren. Anders als Bienen oder Hummeln, die in diesem Fall Hilfe benötigen, finden Wespen nach einiger Zeit selbst einen Ausweg. Auch hier ist es am besten, das verirrte Tier zu ignorieren und abzuwarten.
In einem durchschnittlichen Wespennest leben ungefähr 200 Tiere, bei größeren Nestern kann die Zahl bis über 1.000 steigen. Spätestens wenn die Temperaturen sinken, sind die Wespen keine Plage mehr. Dann suchen sich die jungen Königinnen einen Ort zum Überwintern, damit sie im nächsten Jahr einen neuen Staat gründen können. Kristina Metz

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