13. Oktober 2017

Auch in Schwalbach pflanzten die zukünftigen Konfirmanden einen Apfelbaum

Sprüche klopfen wie Luther

Auch Schwalbacher Konfirmanden haben ihren „Luther-Spruch“ auf Stelen verewigt, die mit den Stelen der anderen Konfirmandengruppen aus dem Dekanat Kronberg beim Konfitag auf der Viehweide zu einer Kunstinstallation zusammengefügt wurden. Foto: Dekanat Kronberg

Die evangelische Jugend des Dekanats Kronberg veranstaltete am 23. September gemeinsam mit 20 Kirchengemeinden der Region den jährlichen „Konfi-Tag“. In diesem Jahr stand er unter dem Dach des 500. Jubiläums der Reformation und wurde zu diesem Anlass von einer Gruppe aus ehrenamtlich Mitarbeitenden, Pfarrern, Gemeindepädagogen und den beiden Dekanatsjugendreferentinnen Elke Deul und Sarah Damm in einem ganz neuen, besonderen Format gestaltet.

Der Tag begann bereits vormittags in den einzelnen Orten der mitwirkenden Gemeinden – so auch in Schwalbach. Dabei wurde eine Holz-Stele errichtet, welche die Jugendlichen mit einem ihnen passend und aktuell erscheinenden Spruch Martin Luthers im Vorfeld gestaltet hatten. Außerdem wurde in Anknüpfung an den Luther zugeschriebenen Satz „Selbst wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, würde ich heute einen Apfelbaum pflanzen!“ in jeder Gemeinde ein solcher Baum gepflanzt.
Anschließend machten sich die Konfirmanden-Gruppen aus den einzelnen Orten wie bei einer Sternwanderung mit ihren Stelen zu Fuß auf den Weg nach Hofheim. Auf dem Gelände der Viehweide trafen sich die insgesamt 400 Jugendlichen und ihre Betreuer dann zu einer gemeinsamen Abschlussveranstaltung.
Zum gemeinsamen Programm dort gehörten ein von Teamern der evangelischen Jugend gestalteter „Luther-Rap“ und ein selbst gedichtetes „Apfelbäumchen-Lied“. Beides erzählte die Geschichte der Reformation auf eine sehr moderne und kreative Art. Durch den gemeinsamen Abschluss führte Martin Luther-Darsteller Michael Kirsten aus Liederbach, der noch einmal betonte, worum es den Reformatoren ging – nämlich die Kirche mit einer neuen Art, an Gott zu glauben, neu zu entdecken. Durch das „Sprüche klopfen“ seine Meinung zu sagen zu dem, was er von der Bibel verstanden habe und es zu diskutieren. Und durch den damals neu erfundenen Buchdruck gelang es, dass jeder Mensch selbst in der Bibel lesen konnte.
Was es heutzutage für neue Methoden gibt, eine Geschichte wie die Luthers wiederzugeben, zeigten weitere Teamer der evangelischen Jugend anschließend bei einer beeindruckenden „Breakdance“-Vorführung, deren Choreographie und Inhalte sie selbst entwickelt hatten. Gemeinsam mit Dekan Dr. Martin Fedler-Raupp begutachtete „Martin Luther“ danach die sehr farbenfroh und kreativ gestalteten Stelen aus den Konfirmandengruppen der Gemeinden, die zu einer Kunstinstallation zusammengefügt wurden, und pflanzte symbolisch auch vor Ort einen Apfelbaum.
Luther-Sprüche, welche die Jugendlichen auch heute noch als aktuell empfinden und deshalb auf den Stelen angebracht haben, sind zum Beispiel „Ich halte es für einen geringeren Schaden all seinen Besitz zu verlieren als einen guten Freund“, „Geld ist nicht alles im Leben, lache und mache Musik“ oder „Eine Lüge ist wie ein Schneeball. Je länger man ihn wälzt, desto größer wird er“. red

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