14. Januar 2019

Städtepartnerschaften standen beim diesjährigen Neujahrsempfang im Mittelpunkt

„Noch lange kein Auslaufmodell“

Dr. Tanja Herrmann von der Universität Mainz sprach vor rund 300 Zuhörern im großen Saal des Bürgerhauses. Foto: Schlosser

Die Städtepartnerschaften standen im Mittelpunkt des diesjährigen Neujahrsempfangs der Stadt am vergangenen Sonntag. Rund 300 Schwalbacherinnen und Schwalbacher kamen dazu ins Bürgerhaus. Den Festvortrag hielt Dr. Tanja Herrmann. Bericht mit Kurzvideo

Die 34-jährige Historikerin aus Mainz ging der Frage nach, ob Städtepartnerschaften ein Erfolgskonzept oder ein Auslaufmodell sind. Sie schlug dabei einen Bogen von den ersten deutsch-französischen Partnerschaften in den 50er-Jahren über die zweite Verschwisterungswelle in den 70er- und 80er-Jahren bis hin zu weltweiten Städtepartnerschaften.

Dr. Tanja Herrmann. Foto: Schlosser

Dabei stellte sie fest, dass Partnerschaften auf kommunaler Ebene vor allem in Europa und da vor allem in Deutschland üblich sind. Rund 20.000 Verschwisterungen gebe es zurzeit von deutschen Städten mit Partnern in Europa, aber auch in der ganzen Welt. Die meisten Partnerschaften würden dabei zwischen deutschen und französischen Städten existieren.
Anhand von Beispielen zeigte Tanja Herrmann auf, welche Kräfte diese „Bürgerbewegung“ vor allem in Bezug auf die Versöhnung nach dem zweiten Weltkrieg freigesetzt habe. „Auf höherer Ebene haben die Dinge viel länger gedauert“, erklärte die Mitarbeiterin der Universität Mainz.
Sie räumte allerdings auch ein, dass die meisten Städtepartnerschaften von älteren Bürgern getragen werden. Das sei aber auch schon in den 70er-Jahren nicht anders gewesen. Insgesamt ist Tanja Herrmann überzeugt, dass Städtepartnerschaften noch lange existieren werden.

Als Thema für den diesjährigen Neujahrsempfang war die Entwicklung von Städtepartnerschaften aus einem besonderen Grund gewählt worden. Denn in diesem Jahr jährt sich die Verbindung von Schwalbach mit dem französischen Avrillé zum 40. Mal, was mit einem großen Fest und vielen Besuchern aus Frankreich in Schwalbach gefeiert werden soll.
In ihrer Rede kündigte Bürgermeisterin Christiane Augsburger (SPD) die Feierlichkeiten im September an. Darüber hinaus gab sie einen Ausblick auf zahlreiche Projekte, die in diesem Jahr in der Stadt anstehen. Dazu zählen die ersten Wahlen zu einem Jugendparlament, die Umgestaltung des unteren Markplatzes und die weitere Planung an einem neuen Standort für die Feuerwehr. Auch soll es mit dem Bebauungsplan und der Tribüne am Limesstadion und mit der Bebauung in der Straße „Am Flachsacker“ vorangehen.
Nach den Reden von Christiane Augsburger und Tanja Herrmann trafen sich die rund 300 Teilnehmer des Neujahrsempfangs traditionell noch im Foyer des Bürgerhauses und stießen auf das Jahr 2019 an. MS

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