9. Mai 2019

„FAZ am Sonntag“-Ressortleiter berichtete an der Albert-Einstein-Schule über seine Arbeit

Schüler diskutieren über Journalismus

Patrick Bernau (rechts), Leiter der Ressorts „Wirtschaft“ und „Geld & mehr“ bei der „FAZ am Sonntag“, diskutierte mit Schülern der Albert-Einstein-Schule über Journalismus. Foto: AES

Der 3. Mai ist weltweit der „Tag der Pressefreiheit“. Patrick Bernau, Leiter der Ressorts „Wirtschaft“ und „Geld & mehr“ bei der „FAZ am Sonntag“, hatte aus diesem Grund am Montag mit Schülern der „PoWi“-Grundkurse Q2 der Albert-Einstein-Schule diskutiert.

Auf Anregung der Kölner Journalistenschule hatte Patrick Bernau von sich aus den Kontakt zur AES hergestellt. Anfeindungen gegen verschiedene Journalisten in einigen Teilen der Erde, aber auch der Vorwurf der „Lügenpresse“ und des Verbreitens von „Fake-News“, der immer öfter gegenüber Journalisten zu vernehmen ist, Anlass für renommierte Journalistenschulen in Deutschland, auf Schulen zuzugehen und das Gespräch zwischen Journalisten und Schülern zu forcieren.
Zwei PoWi-Grundkurse der Q2 von Herrn Kohlhepp und Herrn Nahali kamen so in den Genuss, Informationen über die Arbeit eines Journalisten aus erster Hand zu erhalten. Nach einer kurzen, sehr anschaulichen Darstellung eines konkreten Falls einer Recherche über eine möglicherweise nicht ganz legal verlaufene Ausschreibung innerhalb des Bundeswirtschaftsministeriums konfrontierten die Schüler Patrick Bernau sehr schnell mit ebenso konkreten Fragestellungen, wie beispielsweise zum Schutz der Informanten und zur Redlichkeit von Verdachtsberichterstattung. Dabei war es Patrick Bernaus Anliegen zu betonen, wie wichtig aus seiner Sicht eine saubere Recherche sei: „Ernst genommen wird man von den Menschen nur, wenn man einerseits unabhängig und kritisch berichtet und dabei andererseits nur Dinge schreibt, die objektiv korrekt sind.“
Der Journalist stellte auch dar, dass es innerhalb der Berufsgilde verschiedene Meinungen darüber gebe, inwieweit man sich als Journalist politisch einbringen dürfe. Er selbst stehe auf dem Standpunkt, ein Journalist habe zu beobachten und zu beschreiben, setze aber keine Überzeugungen durch und vertrete auch nicht auf Demonstrationen seine persönliche Meinung. „Journalisten, die sich zum Anwalt einer Sache machen, sind nicht mehr unabhängig“, erklärt Patrick Bernau.
Die Schüler fragten ihn auch, wovon es denn abhängig sei, über welche Themen er berichte. „Leitende Faktoren sind die allgemeine Relevanz eines Themas und das Interesse beim Leser. Idealerweise kommt in einem Artikel beides zusammen, was aber nur selten der Fall ist“, weiß der „FAZ am Sonntag“-Ressortleiter.
Natürlich wurden auch ganz konkrete Vorfälle mit Journalisten besprochen, die in den letzten Monaten auch die Schüler bewegt hatten, so der Fall des Flörsheimer Korrespondenten der „Welt“, Deniz Yücel, und der des Spiegel-Reporters Claas Relotius.
Auch ganz praktischen Fragen sah sich Patrick Bernau gegenüber. Die Schüler wollten wissen, ob seine Artikel auch gegengelesen würden, bevor sie veröffentlicht werden. „Das ist ein absolutes Grundprinzip“, meint Patrick Bernau. Eine weitere Frage lautete, wie er die Zukunft des deutschen Zeitungsmarktes einschätze. „Die Anzeigenerlöse sind zwar eingebrochen in den letzten zehn Jahren und machen derzeit nurmehr 25 Prozent der Umsätze aus, aber der steigende Verkauf von digitalen Abonnements gibt uns großen Anlass zur Hoffnung. die Menschen wollen weiterhin gut recherchierte Informationen erhalten“, erklärt der Journalist. red

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